Anlagekommentar
Oktober 2026

Schweiz

SNB bleibt auf Kurs

Die SNB signalisiert vorerst keine Zinserhöhungen. Die Märkte preisen die nächsten Zinsschritte derzeit erst für das Jahr 2027 ein. Das Tiefzinsumfeld und die weiterhin tiefe Inflation bleiben unterstützend für die Schweizer Wirtschaft und die Finanzmärkte. Der Schweizer Aktienmarkt hat seit seinem Hoch Anfang August leicht korrigiert. Daraus ergeben sich attraktive Einstiegsmöglichkeiten in qualitativ hochwertige Schweizer Substanz- und Dividendenwerte. Gleichzeitig bleiben geopolitische Risiken sowie die Entwicklung der Energiepreise die wichtigsten Unsicherheitsfaktoren.

Die SNB hat den Leitzins erwartungsgemäss bei 0% belassen und sieht die aktuelle Geldpolitik weiterhin als angemessen an. Zwar ist die Inflation zuletzt von 0,6% auf 0,8% gestiegen, dies ist jedoch hauptsächlich auf höhere Energiepreise zurückzuführen. Der zugrunde liegende Inflationsdruck bleibt moderat, und die Inflation dürfte auch in den kommenden Jahren im Bereich der Preisstabilität bleiben.

Die Schweizer Wirtschaft zeigt sich weiterhin in guter Verfassung. Das starke BIP-Wachstum im zweiten Quartal wurde zwar teilweise von der Pharmaindustrie getragen, die Konjunktur bleibt insgesamt jedoch solide abgestützt. Tiefe Zinsen, ein etwas schwächerer Franken sowie positive Impulse aus dem Ausland unterstützen die wirtschaftliche Entwicklung. Entsprechend hat das SECO seine Wachstumsprognose für 2026 auf 1,7 % angehoben. Auch das jüngste positive KOF-Konjunkturbarometer deutet auf eine weiterhin freundliche Entwicklung im dritten Quartal hin. Getragen wird diese insbesondere von einer robusten Investitionstätigkeit im Bau- und Ausrüstungsbereich sowie von einem weiterhin soliden privaten Konsum.

‍

SECO-Konjunkturprognosen

BIP 2026: 1.70%
‍Inflation 2026: 0.60%
Leitzinsen:
0.00%

‍

Dino Marcesini, Partner

Quellen: Chefinvest, ZKB, SECO
Stand: 29.09.2026

Schweiz
Anlagekommentar
Oktober 2026

Spezial

Anlagekommentar
Oktober 2026

Europäische Union

Verbesserte Gewinnerwartungen durch konjunkturellen Rückenwind

Konjunktur

Im zweiten Quartal 2026 stieg das saisonbereinigte Bruttoinlandprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal im Euroraum um 0,6 % und in der Europäischen Union (EU) um 0,7 %. Im ersten Quartal 2026 war das BIP im Euroraum stabil geblieben und in der EU um 0,1 % gestiegen. Gemäss den letzten Prognosen der Europäischen Zentralbank (EZB) wird die Jahreswachstumsrate des realen BIP 2026 bei 0.8%, 2027 bei 1.2% und 2028 bei 1.5% liegen.

Die europäische Wirtschaft verzeichnet höhere Wachstumsraten und wird durch Exporte sowie die Erholung der Industrie gestützt, doch die Verbrauchernachfrage bleibt verhalten und erneuter Druck auf der Energiepreisseite könnte das verarbeitende Gewerbe bremsen. Vor allem die deutsche Wirtschaft wird im laufenden Jahr zu einer zentralen konjunkturellen Kraft. Der massive Energiepreisanstieg und die steigenden Zinsen hätten durchaus das Potential gehabt, den zu Jahresbeginn bereits sichtbaren Aufschwung abzuwürgen. Europa ist stattdessen mit konjunkturellem Rückenwind unterwegs.

Die Inflation im Euroraum lag im August 2026 bei 3.2% (Energie mit +14.3% stärkster Preistreiber), nach 2.9% im Juli. Die EZB-Projektionen sehen für das Jahr 2026 die Inflation im Euroraum bei 3.0%, 2027 bei 2.3% und 2028 auf dem Inflationsziel von 2.0%.

Der Arbeitsmarkt ist weiterhin stabil und die Arbeitslosenquote in der EU lag im Juli 2026 bei 6.1%.

‍

Europäische Zentralbank (EZB) - Geldpolitik

In diesem Monat hat die EZB beschlossen, ihren Leitzins um weitere 25 Basispunkte auf 2.50% anzuheben. Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck und die Inflation dürfte für einen längeren Zeitraum deutlich über dem Zielwert von 2% bleiben.

Die EZB kommunizierte eine strengere Einschätzung der Inflationspersistenz und der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit und betonte die Aufwärtsrisiken durch die Energiepreise sowie mögliche Zweitrundeneffekte auf die Kerninflation. Wir halten eine weitere Zinserhöhung für wahrscheinlich, wodurch der Zinssatz bis Jahresende auf ein Niveau von 2.75% steigen würde.

‍

Unternehmensgewinne

Für den STOXX Europe 600 wird für das zweite Quartal 2026 ein Gewinnwachstum von rund 24% gegenüber dem Vorjahr ausgewiesen, selbst ohne den Energiesektor lag das Wachstum noch bei mehr als 10%. Im September hellt sich die Stimmung sogar nochmals deutlich auf und die Wachstumsraten beschleunigen sich weiter. Die widerstandsfähige Konjunktur stützt die Unternehmen, deren Gewinnaussichten sich zuletzt weiter aufgehellt haben. Höhere Zinsen und gestiegene Energiepreise sorgen zwar für Gegenwind, die Kombination aus solider Konjunktur, verbesserten Gewinnerwartungen und zuletzt wieder moderateren Bewertungen sprechen jedoch für positive Aussichten für den europäischen Aktienmarkt.

‍

BIP-Wachstum 2026: +0.80% (E)
‍EU-Inflation  2026: +3.10% (E)
Aktueller 3 Monats Euribor:
+2.61%

‍

Daniel Beck, Mitglied der Geschäftsleitung

Quellen: Europäische Kommission, Eurostat, LGT Bank AG
Stand: 29.09.2026

Schweiz
Anlagekommentar
Oktober 2026

United Kingdom

Anlagekommentar
Oktober 2026

USA

USA – Starke Wirtschaft

Die Wachstumsaussichten für die Wirtschaft bleiben trotz des zunehmenden geldpolitischen Gegenwindes weiter gut und die Gewinnausweise überzeugen weiterhin. Die grossen KI-Investitionen treiben die Wirtschaftsaktivitäten an und die vermehrte Anwendung von KI in den Unternehmensabläufen führen zu höherer Produktivität. Die erhöhten Inflationsraten und Zinsen wirkend dämpfend auf das Wirtschaftswachstum und die geopolitischen Risiken (USA – Iran Konflikt) sind weiterhin präsent. Wir erwarten bis zu den Midterms Wahlen am 3. November eine leicht erhöhte Volatilität und danach bis Ende Jahr eine positive Marktentwicklung.

Der Flash S&P Global US Composite PMI (Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor und das verarbeitende Gewerbe) ist nach vorläufigen Berechnungen im September 2026 gegenüber dem Vormonat um satte 2.4 auf 58.4 Punkte gestiegen, was ein Mehrjahreshoch darstellt. Zu diesem Zuwachs hat sowohl der PMI für den Dienstleistungssektor (+2.2 auf 58.7 Punkte) als auch der für den Herstellungssektor (+3.6 auf 56.7 Punkte) beigetragen. Damit signalisiert dieser um 6 Monate vorlaufende Indikator gegenüber den Vormonaten eine weitere Beschleunigung des Wirtschaftswachstums. Der IWF erwartet gemäss seiner Juli 2026 Prognose für die US-Wirtschaft ein Wachstum von 2.30% für 2026 und 2.20% für 2027.

Resilienter Arbeitsmarkt

Im August wurden ausserhalb der Landwirtschaft nach einer Sommerdelle wieder 162'000 Arbeitsstellen geschaffen, was auf einen resilienten Arbeitsmarkt hindeutet. Die Arbeitslosigkeit blieb gegenüber dem Vormonat mit tiefen 4.1% unverändert.

Geldpolitik wird restriktiver

An seiner Sitzung vom 16. September 2026 erhöhte das Fed den Leitzins (Fed Fund Rate) um 0.25% auf ein Zielband 3.75-4.00%. Der Entscheid fiel einstimmig aus. Damit bewies der neue Fed Vorsitzende Kevin Warsh zur allgemeiner Markterleichterung seine Unabhängigkeit zum US-Präsidenten, der vehement eine Zinsreduktion fordert. Der Markt geht mehrheitlich von einer weiteren Zinserhöhung um 0.25% bis Ende Jahr aus. Das hat gute Gründe. Ist doch die Inflation im August auf 3.4 % gestiegen (+0.40% gegenüber Vormonat) und die Kerninflation (ohne Energie- und Lebensmittelpreise) auf 2.4% (+0.30%). Damit verharrt die Inflation seit längerer Zeit über den Fed Ziel von 2 %.

Weiterhin starke Gewinnausweise und sinkende Bewertung

Für das 2. Quartal 2026 übertrafen die Gewinnausweise der S&P 500 Unternehmen mit einer Steigerung von beeindruckenden 23% im Jahresvergleich die Prognosen. Auch für die Gewinnausweise für das 3. Quartal 2026 liegen die Erwartungen mit einem Zuwachs von 29% weit über dem historischen Durchschnitt. Die derzeitige Aktienmarktbewertung wird also durch ein solides Gewinnwachstum gestützt. Bei einem Kurs-/Gewinnverhältnis des S&P 500 von 19.2 (auf Basis der Gewinnschätzungen der Analysten für die nächsten 12 Monate) ist die Markbewertung in den letzten Monaten weiter gesunken und befindet sich nun unter dem 5-Jahresdurchschnitt von 19.8 aber noch leicht über dem 10-Jahresdurchschnitt von 19.0.

‍

‍

GDP 2026 (IWF): +2.30% (E)
‍Inflation 2026 (IWF): +3.20% (E)
Fed Fund Rate:
+3.75-4.00%

‍

‍Dr. Patrick Huser, CEO

Quellen: Trading Economics, FuW, US Bureau of Labor Statistics, Statista, IWF, FMOC
Stand: 29.09.2026

Schweiz
Anlagekommentar
Oktober 2026

China

Stabilisierung der Konjunktur schafft Chancen

Der chinesische Aktienmarkt erscheint im historischen Vergleich sowie insbesondere gegenüber dem US-Aktienmarkt weiterhin moderat bewertet. Zahlreiche etablierte Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Konsum und Industrie werden nach wie vor mit Bewertungsabschlägen gehandelt. Zu den relevanten Risiken zählen insbesondere geopolitische Spannungen, die anhaltende Schwäche des Immobiliensektors sowie eine mögliche Abschwächung des globalen Handels. Für internationale Anleger bleibt daher eine differenzierte Betrachtung einzelner Unternehmen und Sektoren entscheidend.

Die chinesische Wirtschaft wächst weiterhin moderat. Staatliche Stimulierungsmassnahmen, eine unterstützende Geldpolitik sowie anhaltende Investitionen in Technologie, Infrastruktur und industrielle Kapazitäten sorgen für konjunkturelle Impulse. Gleichzeitig bleiben die strukturelle Schwäche des Immobiliensektors und die verhaltene Konsumnachfrage wesentliche Belastungsfaktoren für die wirtschaftliche Entwicklung.

Positiv hervorzuheben ist das weiterhin niedrige Inflationsniveau. Dieses verschafft der chinesischen Zentralbank zusätzlichen Spielraum, die Konjunktur über günstige Finanzierungsbedingungen zu unterstützen. Damit bleibt die chinesische Geldpolitik im internationalen Vergleich weiterhin wachstumsorientiert. Auch am Devisenmarkt hat sich das Umfeld zuletzt stabilisiert. Der Renminbi hat gegenüber dem US-Dollar über die vergangenen Jahre zwar an Wert verloren, zeigte sich zuletzt jedoch widerstandsfähiger.

Sollte sich die chinesische Binnenkonjunktur weiter stabilisieren, könnte dies den Aktienmarkt unterstützen und mittelfristig Raum für eine Neubewertung einzelner Unternehmen schaffen. Rückenwind liefern dabei die unterstützende Geldpolitik, zusätzliche fiskalpolitische Massnahmen und das zuletzt stabilere Währungsumfeld.

‍

‍

IWF-Konjunkturprognosen

BIP 2026: 4.60%
‍Inflation 2026: 1.20%
Shibor:
1.36%

‍

Dino Marcesini, Partner

Stand: 29.09.2026

Schweiz
Anlagekommentar
Oktober 2026

Edelmetalle

Gold und Goldminen – kurzfristiger Zinsdruck, langfristige Unterstützung

Gold steht derzeit zwischen einer restriktiveren US-Geldpolitik und einer weiterhin robusten strukturellen Nachfrage. Am Freitagnachmittag, 25. September, lag der Goldpreis bei rund4’283 US-Dollar je Feinunze und damit etwa 2,1% unter dem Vorwochenniveau. Insbesondere steigende US-Anleiherenditen und die Erwartung weiterer Zinserhöhungen belasteten das Edelmetall. Die jüngste Entwicklung zeigt, dass geopolitische Unsicherheit und Inflationssorgen allein keine steigenden Goldpreise garantieren. (ca.marketscreener.com)

Die US-Notenbank hat am 16.September ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Bandbreite von 3,75–4,00% angehoben. Sie begründete den Entscheid mit der weiterhin erhöhten Inflation bei gleichzeitig robustem Wirtschaftswachstum. Damit bleibt die Geldpolitik ein wesentlicher Gegenwind für Gold. Da Gold keine laufenden Erträge abwirft, erhöhen attraktivere Zinsen auf liquide Anlagen und Anleihen die Opportunitätskosten der Goldhaltung. Entscheidend sind dabei insbesondere die Realzinsen, also die Zinsen nach Berücksichtigung der Inflationserwartungen. (federalreserve.gov)

Auch die Lage im Nahen Osten wirkt in beide Richtungen. Eskalationen können die Nachfrage nach sicheren Anlagen erhöhen, gleichzeitig aber über höhere Energiepreise den Inflationsdruck und damit die Zinserwartungen verstärken. Eine Entspannung kann umgekehrt geopolitische Risikoprämien abbauen, zugleich jedoch über sinkende Ölpreise die Zinsaussichten verbessern. Für die Goldpreisentwicklung ist deshalb entscheidend, welcher dieser Effekte überwiegt.

Unterstützung kommt weiterhin von den Zentralbanken, allerdings verläuft deren Nachfrage weniger gleichmässig, als es die Formulierung eines kontinuierlichen Kauftrends vermuten lässt. Nach Angaben des World Gold Council stiegen die Nettokäufe im zweiten Quartal auf rund289 Tonnen. Polen und China gehörten zu den wichtigsten Käufern. Mit insgesamt rund 345 Tonnen blieb die Nachfrage im ersten Halbjahr dennoch auf dem niedrigsten Niveau eines ersten Halbjahres seit 2022. Die Diversifikation der Währungsreserven bleibt ein strukturelles Argument für Gold; Zentralbankkäufe bilden jedoch keine verlässliche Untergrenze für den Preis. (gold.org)

Zusätzlich hat die Investmentnachfrage wieder an Bedeutung gewonnen. Im August verzeichneten physisch hinterlegte Gold-ETFs weltweit Zuflüsse von rund 18 Milliarden US-Dollar. Ihre Goldbestände stiegen um 121 Tonnen auf einen Rekordstand von4’189 Tonnen, getragen insbesondere von nordamerikanischen und europäischen Fonds. Diese Entwicklung zeigt ein breites Anlegerinteresse. Gleichzeitig können ETF-Abflüsse bei veränderten Zins- oder Markterwartungen kurzfristige Korrekturen verstärken. (gold.org)

Goldminen: Ertragschancen beizusätzlichen Risiken

Goldminenaktien ermöglichen eine Beteiligung an den Gewinnen der Produzenten. Steigt der Goldpreis bei weitgehend stabilen Kosten, können ihre Margen und Cashflows überproportional wachsen. Dieser operative Hebel wirkt allerdings auch in die Gegenrichtung: Sinkende Goldpreise oder steigende Förderkosten können die Profitabilität deutlich belasten.

Die Branche profitiert weiterhin vom hohen Goldpreisniveau, steht aber unter zunehmendem Kosten druck. Laut World Gold Council und Metals Focus lagen die durchschnittlichen All-in Sustaining Costs – die Kosten der Förderung einschliesslich wesentlicher Aufwendungen zur Aufrechterhaltung des Betriebs – im ersten Quartal 2026 bei 1’785 US-Dollar je Unze, 16% über dem Vorjahresniveau. Trotzdem erzielte die Branche dank der hohen Goldpreise aussergewöhnlich starke Margen und Cashflows. Diese Quartalsdaten dürfen jedoch nicht unverändert auf die kommenden Monateübertragen werden: Tiefere Verkaufspreise sowie höhere Energie-, Material- und Förderabgaben können die Margen wieder reduzieren. (gold.org)

Bei Goldminen sollte deshalb die Qualität der Unternehmen im Vordergrund stehen: solide Bilanzen, wettbewerbsfähige Kosten, verlässliche Produktion und eine disziplinierte Investitionspolitik. Zusätzlich sind politische Risiken in den Förderländern und der künftige Kapitalbedarf zu berücksichtigen. Ein hoher Goldpreis alleinmacht eine Minenaktie noch nicht günstig. Goldminen bleiben Aktienanlagen und können bei einem allgemeinen Börsenrückgang deutlich verlieren, selbst wenn sich Gold vergleichsweise stabil entwickelt.

 

Fazit Wir bleiben für Goldmittel- bis langfristig konstruktiv, rechnen kurzfristig jedoch mit erhöhter Volatilität. Die Diversifikation der Zentralbankreserven sowie geopolitische und fiskalische Unsicherheiten sprechen aus unserer Sicht weiterhin für eine strategische Goldbeimischung. Gegen einen raschen, breiten Ausbau sprechen derzeit die restriktivere US-Geldpolitik und das Risiko weiter steigender Realzinsen.

Wir bevorzugen daher, die strategische Goldquote innerhalb der festgelegten Bandbreiten beizubehalten und Rückschläge bei Untergewichtungen für gestaffelte Ergänzungen zu prüfen. Gold kann zur Diversifikation beitragen, bietet aber keinen garantierten Schutz bei jedem Marktrückgang. Goldminen sehen wir als selektive Ergänzung innerhalb der Aktienquote. Ihr Schwerpunkt liegt auf Ertragschancen; die strategische Absicherungsfunktion wird primär über die direkte Goldanlage abgedeckt.

Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner

Quellen: Degussa, Reuters und Financial Times.
Stand: 28.09.2025

Schweiz
Anlagekommentar
Oktober 2026

Japan

Japan – Normalisierung der Geldpolitik trifft auf strukturelle Stärke

  • Geldpolitik: Die Bank of Japan hat den Leitzins  im September auf 1,25 % angehoben – den höchsten Stand seit rund 30 Jahren. Damit setzt sich die Normalisierung der japanischen Geldpolitik  deutlich schneller fort als noch zu Jahresbeginn erwartet. Weitere  Zinsschritte bleiben möglich, wenn sich die Inflation oberhalb des 2%-Ziels  verfestigt.
  • Inflation     & Löhne: Die  nachhaltige Rückkehr von Inflation und steigenden Löhnen bleibt grundsätzlich positiv für Japan. Die Lohnabschlüsse 2026 zeigen erneut     kräftige Zuwächse. Gleichzeitig erhöhen Energiepreise und der schwache Yen den Preisdruck, weshalb die BoJ inzwischen stärker auf Inflationsrisiken  achten muss.
  • Yen: Bemerkenswert ist, dass der Yen trotz der Zinserhöhung weiterhin schwach ist und zuletzt bei rund 157  Yen je US-Dollar lag. Das unterstützt exportorientierte Unternehmen, verteuert aber Energie- und Rohstoffimporte.
  • Konjunktur: Die japanische Wirtschaft zeigt sich weiterhin robust. Besonders die Unternehmensinvestitionen entwickeln     sich solide. Im August stiegen die Exporte gegenüber dem Vorjahr um 19,3  %, unterstützt insbesondere durch Halbleiter und Technologieprodukte.
  • Struktureller     Investmentcase:     Unternehmensreformen, höhere Kapitalrenditen, Aktienrückkäufe und steigende Dividenden bleiben wichtige langfristige Treiber. Hinzu kommen Japans starke Positionen bei Halbleitern, Robotik, Automatisierung und     Präzisionstechnologie.
  • Risiken: Höhere Ölpreise treffen Japan als großen Energieimporteur besonders stark. Weitere Risiken sind eine zu schnelle geldpolitische Straffung, eine globale Wachstumsabschwächung sowie stärkere Schwankungen des Yen.

 

Fazit: Der Japan-Investmentcase bleibt intakt, verändert sich aber. Die extrem lockere Geldpolitik ist nicht mehr der entscheidende Treiber. Im Vordergrund stehen zunehmend Unternehmensreformen, steigende Kapitalrenditen, Investitionen und Japans technologische Stärke. Japan bleibt damit ein interessanter strategischer Diversifikationsbaustein im globalen Aktienportfolio.

Erwartetes BIP 2026: 0.60%
Erwartete Inflation 2026: 2.10%
Japanischer Leitzins: 0.64%

Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner

Quellen: OECD, Bank of Japan und IWF
Stand:28.09.2026

Schweiz
Anlagekommentar
Oktober 2026

Schwellenländer

Anlagekommentar
Oktober 2026

Japan

Japan – Normalisierung der Geldpolitik trifft auf strukturelle Stärke

  • Geldpolitik: Die Bank of Japan hat den Leitzins  im September auf 1,25 % angehoben – den höchsten Stand seit rund 30 Jahren. Damit setzt sich die Normalisierung der japanischen Geldpolitik  deutlich schneller fort als noch zu Jahresbeginn erwartet. Weitere  Zinsschritte bleiben möglich, wenn sich die Inflation oberhalb des 2%-Ziels  verfestigt.
  • Inflation     & Löhne: Die  nachhaltige Rückkehr von Inflation und steigenden Löhnen bleibt grundsätzlich positiv für Japan. Die Lohnabschlüsse 2026 zeigen erneut     kräftige Zuwächse. Gleichzeitig erhöhen Energiepreise und der schwache Yen den Preisdruck, weshalb die BoJ inzwischen stärker auf Inflationsrisiken  achten muss.
  • Yen: Bemerkenswert ist, dass der Yen trotz der Zinserhöhung weiterhin schwach ist und zuletzt bei rund 157  Yen je US-Dollar lag. Das unterstützt exportorientierte Unternehmen, verteuert aber Energie- und Rohstoffimporte.
  • Konjunktur: Die japanische Wirtschaft zeigt sich weiterhin robust. Besonders die Unternehmensinvestitionen entwickeln     sich solide. Im August stiegen die Exporte gegenüber dem Vorjahr um 19,3  %, unterstützt insbesondere durch Halbleiter und Technologieprodukte.
  • Struktureller     Investmentcase:     Unternehmensreformen, höhere Kapitalrenditen, Aktienrückkäufe und steigende Dividenden bleiben wichtige langfristige Treiber. Hinzu kommen Japans starke Positionen bei Halbleitern, Robotik, Automatisierung und     Präzisionstechnologie.
  • Risiken: Höhere Ölpreise treffen Japan als großen Energieimporteur besonders stark. Weitere Risiken sind eine zu schnelle geldpolitische Straffung, eine globale Wachstumsabschwächung sowie stärkere Schwankungen des Yen.

 

Fazit: Der Japan-Investmentcase bleibt intakt, verändert sich aber. Die extrem lockere Geldpolitik ist nicht mehr der entscheidende Treiber. Im Vordergrund stehen zunehmend Unternehmensreformen, steigende Kapitalrenditen, Investitionen und Japans technologische Stärke. Japan bleibt damit ein interessanter strategischer Diversifikationsbaustein im globalen Aktienportfolio.

Erwartetes BIP 2026: 0.60%
Erwartete Inflation 2026: 2.10%
Japanischer Leitzins: 0.64%

Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner

Quellen: OECD, Bank of Japan und IWF
Stand:28.09.2026

Schweiz
Anlagekommentar
Oktober 2026

Aktien

Kein Risk-off bei Chefinvest

Die Chefinvest-Prognose bleibt für Aktien positiv, aber auch selektiv. Höhere Zinsen sind ein Gegenwind für Bewertungen, bislang aber kein ausreichender Grund, die Aktienpositionierung grundsätzlich defensiver auszurichten. Dafür entwickeln sich die Unternehmensgewinne zu robust. Regionalüberzeugen uns derzeit besonders Japan, Hongkong, die Schweiz und Brasilien. Die USA bleiben vor allem über zwölf Monate konstruktiv, wobei Nasdaq und Qualitätsunternehmen das bessere Bild zeigen.

Europableibt die grösste Differenz zwischen Chefinvest und Deutsche Bank. Deutsche Bank liefert mit robusten Gewinnen sowie dem Industrie-,Infrastruktur- und AI-Investitionszyklus gute fundamentale Argumente. Unsere Modelle möchten davon beim breiten europäischen Markt allerdings noch etwas mehr sehen. Beim DAX beginnt sich das Bild über zwölf Monate aus unserer Sicht bereits zu verbessern.

Sektoral ist die Aussage eindeutiger als regional: Industrials, AI-Infrastruktur, Healthcare und zunehmend Cybersecurity bleiben unsere bevorzugten Themen. Die AI-Story wird damit breiter – und glücklicherweise etwas weniger davonabhängig, ob die nächste Präsentation eines neuen Sprachmodells die Börse wieder für 48 Stunden in Euphorie versetzt.

Die aktuellen Chefinvest-Indikatoren zeichnen kein einheitliches Risk-on- oder Risk-off-Bild. Die Unterschiede zwischen Ländern und Regionen sind inzwischen erheblich. Besonders konstruktiv sind unsere Signale für Japan, Hongkong, die Schweiz und Brasilien. Auch die USA bleiben insgesamt positiv, während der breite Euroraum deutlich zurückfällt.

Die externen Strategen sind grundsätzlich ebenfalls konstruktiv, setzen aber unterschiedliche Akzente. Citi ist zuletzt offensiver geworden und hat Aktien aktiv aufgestockt. UBS bleibt konstruktiv, beobachtet aber stärker die Auswirkungen der höheren Zinsen. Deutsche Bank vertraut auf die robuste Gewinndynamik und ist insbesondere für Europa optimistischer als Chefinvest. LGT bevorzugt weiterhin die USA.

Höhere Zinsen – Gegenwind, aber noch kein fundamentaler Bruch

Die jüngsten Zinserhöhungen von Fed, EZB und Bank of Japan sowie der Anstieg der zehnjährigen US-Rendite auf rund 5,2% erhöhen zweifellos den Druck auf Aktienbewertungen. Dieser Effekt ist allerdings bereits sichtbar: Das Forward-KGV des S&P 500 ist seit November um rund 17% gefallen. Entscheidend ist, dass die höheren Zinsen bislang eher die Bewertungen als die Unternehmensgewinne belasten. Citi sieht weiterhin robuste Gewinnrevisionen, hohe Margen und keine wesentliche Verschlechterung der Unternehmensfinanzierung. Höhere Zinsen sind damit unangenehm, aber solange Wachstum und Gewinne mithalten, noch kein Grund für einen generellen Risk-off-Schritt.

UBS setzt den wichtigen Vorbehalt: Problematisch würde es, wenn aus den Zinserhöhungen ein ausgeprägter Straffungszyklus wird und dadurch Wachstum und Gewinne deutlich nachlassen. Historisch war genau diese Unterscheidung für die Aktienentwicklung entscheidend.

Für Chefinvest bedeutet dies: mehr Bewertungsdisziplin und Selektivität, aber nicht weniger Aktien.

USA – Qualität und Wachstum überzeugen stärker

Die Chefinvest-Prognose für die USA ist hat sich jüngst verbessert. Beim S&P 500 ist das Einmonatssignal leicht positiv, während der Zwölfmonatsausblick mit zu unseren stärksten Signalen gehört. Der Nasdaq ist sowohl auf einen als auch auf zwölf Monate positiv. Lediglich der Dow Jones bleibt kurzfristig negativ. Damit bevorzugt unser Modell innerhalb der USA derzeit eher Wachstum und Qualität als den breiteren zyklischen Markt.

Citi geht bereits einen Schritt weiter und hat US-Aktien aufgestockt. Besonders US-Large-Caps werden aufgrund der starken Gewinnrevisionen, hohen Zinsdeckungsfähigkeit und der inzwischen attraktiveren Bewertung bevorzugt. Das passt grundsätzlich zu unserem Signal, auch wenn wir die Aktienquote derzeit nicht breit erhöhen. USA bleiben strategischer Kernmarkt, mit einer Präferenz für profitable Wachstumsunternehmen und Large Caps.

Schweiz – Qualität funktioniert weiterhin

Die Schweiz gehört zu den überzeugenderen Chefinvest-Märkten. SMI und SMIM zeigen kurzfristig jeweils ein deutlich positives Signal. Auch über zwölf Monate bleibt die Prognose positiv, wenngleich weniger ausgeprägt.Sektoral ist die Schweiz für das aktuelle Umfeld gut aufgestellt: Healthcare, hochwertige Industrials und Financials verbinden Gewinnqualität mit vergleichsweise defensiven Eigenschaften.

Gerade bei höheren Zinsen erscheint diese Mischung attraktiv. Die Schweiz bleibt deshalb eine unserer bevorzugten Regionen – weniger spektakulär als AI, dafür gelegentlich mit dem angenehmen Nebeneffekt tatsächlicher Gewinne.

Europa bleibt der grösste Meinungsunterschied.

Der Euro STOXX zeigt bei Chefinvest sowohl auf einen Monat als auch auf zwölf Monate ein leicht negatives Signal. Beim CAC 40 ist das Bild noch schwächer. Frankreich gehört damit weiterhin zu den Märkten, bei denen unser Modell wenig Anlass zu Enthusiasmus liefert.

Deutsche Bank ist deutlich positiver. Sie verweist auf robuste europäische Unternehmensgewinne und darauf, dass Europa stärker als in früheren Technologiezyklen von den Investitionen in Industrie, Infrastruktur, Elektrifizierung und AI-Infrastruktur profitieren kann. Gerade Europas industrielle Unternehmen könnten somit indirekt zu Gewinnern des AI-Zyklus werden.

Interessant ist deshalb Deutschland. Der DAX zeigt kurzfristig ein leicht schwächeres Signal, dreht über zwölf Monate aber deutlich ins Positive. Hier nähern sich Chefinvest und Deutsche Bank auf längere Sicht an. Deutschland bleibt damit für uns kurzfristig kein Markt zum Hinterherlaufen, mittelfristig aber interessant, insbesondere wegen seiner Exponierung gegenüber Automation, Elektrifizierung, Maschinenbau und Infrastruktur. Österreich fällt positiv auf: Der ATX ist auf beiden Zeithorizonten konstruktiv. Italien verbessert sich ebenfalls von einem leicht negativen kurzfristigen zu einem positiven Zwölfmonatssignal.

Japan – höchste Übereinstimmung

Japan gehört inzwischen zu den überzeugendsten Regionen. Der Nikkei ist bei Chefinvest sowohl auf einen Monat als auch auf zwölf Monate positiv.

Citi bestätigt dieses Signal fundamental und hat Japan inzwischen von einer leichten Untergewichtung auf ein moderates Übergewicht angehoben. Besonders bemerkenswert sind die Gewinnrevisionen: Positive Revisionen übersteigen negative inzwischen im Verhältnis von 2,6 zu 1, während sich die Unternehmensprofitabilität auf einem historischen Höchststand befindet. Auch Deutsche Bank beurteilt Japan konstruktiv. Damit besteht hier eine ungewöhnlich hohe Übereinstimmung zwischen Chefinvest, Citi und Deutsche Bank. Nach einer YTD-Performance von bereits rund 33% würden wir allerdings nicht jeder Bewegung hinterherlaufen…

Hongkong/China – starkes Chefinvest-Signal trotz schwacher Performance

Der Hang Seng ist besonders interessant: Trotz einer negativen bisherigen Jahresperformance zeigt Chefinvest auf einen Monat und auf zwölf Monate positive Signale. Das unterscheidet Hongkong von Märkten, bei denen unser Modell lediglich bestehendes Momentum fortschreibt. Hier signalisiert es vielmehr eine mögliche Verbesserung nach vorangegangener Schwäche.

UBS bleibt ebenfalls positiv für chinesische Technologie, AI und Semiconductor Localisation. Deutsche Bank sieht Chancen bei Technologie und Advanced Manufacturing, während Immobilien und Binnenkonsum schwach bleiben. Unsere positive Einschätzung bleibt deshalb selektiv: China/Hongkong ist für Chefinvest primär ein Technologie- und Industrialisierungs-Call und keine pauschale Wette auf die chinesische Konjunktur.

Sektoren – hier ist die Übereinstimmung grösser als bei den Ländern

Bei der sektoralen Positionierung liegen Chefinvest und die externen Strategen wesentlich näher zusammen.

Industrials bleiben eines unserer bevorzugten Themen. AI-Capex, Reindustrialisierung, Elektrifizierung, Stromnetze und Infrastruktur bilden einen mehrjährigen Investitionszyklus. Gerade hier ist die Deutsche-Bank-Analyse wichtig: Europa verfügt zwar über weniger grosse AI-Plattformunternehmen, dafür aber über zahlreiche Unternehmen, die für die physische Umsetzung des AI-Investitionszyklus benötigt werden. AI-Infrastruktur bleibt ebenfalls zentral. Die Investmentthese verbreitert sich von den grossen Technologieplattformen auf Halbleiter, Data Center, Stromversorgung, Kühlung, Automation und Engineering. Neu gewinnt Cybersecurity zusätzlich an Gewicht. Citi erwartet, dass die Ausgaben für AI-Sicherheit zwischen 2026 und 2028 mit rund 65% jährlich wachsen könnten – etwa fünfmal so schnell wie die gesamten Cybersecurity-Ausgaben. Damit lässt sich am AI-Zyklus partizipieren.

Healthcare bleibt unser bevorzugter defensiver Wachstumsbereich. Die Kombination aus stabilen Gewinnen, strukturellem Wachstum und geringerer Konjunkturabhängigkeit ist gerade im aktuellen Zinsumfeld attraktiv. Zurückhaltender bleiben wir bei Consumer Discretionary. Höhere Finanzierungskosten und die weiterhin erhöhte Inflation treffen konsumabhängige Geschäftsmodelle stärker; dies ist auch ein Grund für unsere schwächere Beurteilung Frankreichs.

Schweiz
Anlagekommentar
Oktober 2026

Zinsen

Die Zinswende bekommt eine neue Richtung

Staatsanleihen

Die Entwicklung der Staatsanleihen wird erneut maßgeblich von Inflation und Geldpolitik bestimmt. Nachdem die vergangenen Jahre zunächst von kräftigen Zinserhöhungen und anschließend von ersten Lockerungen geprägt waren, hat sich das Bild zuletzt wieder gedreht. Die Europäische Zentralbank erhöhte im September ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte und reagierte damit auf erneut gestiegene Inflationsrisiken. Auch die US-Notenbank hob ihren Leitzins im September um 25 Basispunkte an. Vor allem höhere Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und eine weiterhin robuste Konjunktur erschweren den Notenbanken die Rückkehr zu ihrem Inflationsziel.

Für Staatsanleihen bedeutet dies, dass die Renditen vorerst auf einem attraktiven Niveau bleiben dürften. Gleichzeitig erhöht die Unsicherheit über den weiteren Zinspfad die Schwankungen insbesondere bei längeren Laufzeiten. US-Treasuries bieten weiterhin interessante laufende Renditen und bleiben ein wichtiger Diversifikator. In Europa bevorzugen wir Staatsanleihen guter Bonität, während höhere Staatsverschuldung und politische Unsicherheiten bei einzelnen Ländern zunehmend stärker differenziert werden müssen.

Insgesamt bleiben Staatsanleihen ein wichtiger Stabilitätsanker im Portfolio. Bei der Duration erscheint jedoch weiterhin ein ausgewogener Ansatz sinnvoll, solange der weitere Inflations- und Zinspfad nicht klarer erkennbar ist.

Unternehmensanleihen Investment Grade

Investment-Grade-Anleihen bleiben aus unserer Sicht eines der attraktivsten Segmente innerhalb des Anleihenmarktes. Die Bilanzen vieler Unternehmen sind weiterhin solide und die höheren Zinsen können von qualitativ guten Emittenten überwiegend verkraftet werden. Gleichzeitig ermöglichen die gestiegenen Basiszinsen attraktive Gesamtrenditen, ohne dass dafür wesentlich höhere Kreditrisiken eingegangen werden müssen.

Allerdings sind die Kreditaufschläge weiterhin niedrig. Anleger werden somit vor allem über den laufenden Zins und weniger über eine weitere deutliche Einengung der Spreads entschädigt. Gleichzeitig zeichnet sich eine stärkere Differenzierung zwischen Unternehmen und Branchen ab. Gerade Unternehmen mit hohem zukünftigen Finanzierungsbedarf werden vom Markt zunehmend kritischer beurteilt.

Investment Grade bleibt damit für uns ein Kernbaustein des Anleihenportfolios. Qualität,solide Cashflows und überschaubare Verschuldung stehen dabei klar im Vordergrund.

High Yield

Im High-Yield-Segment ist weiterhin eine klare Trennung nach Bonitätsqualität erforderlich. Bei BB- und guten B-Emittenten bleiben die Fundamentaldatenvielfach solide und die Gesamtrenditen interessant. Gleichzeitig sind die Kreditaufschläge insbesondere im höherwertigen High-Yield-Bereich sehr eng und bieten nur einen begrenzten Puffer für eine konjunkturelle Verschlechterung.

Deutlich anders stellt sich die Situation bei schwächeren Schuldnern dar. Im CCC-Bereich haben sich die Risikoprämien zuletzt merklich ausgeweitet. Der Markt beginnt damit stärker zwischen Unternehmen mit tragfähigen Geschäftsmodellen und hochverschuldeten Emittenten zu unterscheiden.

High Yield bleibt deshalb für uns eine taktische Beimischung. Wir bevorzugen weiterhin BB-und ausgewählte B-Emittenten und vermeiden eine Jagd nach hohen Nominalrenditen zulasten der Kreditqualität.

EmergingMarket Bonds

Emerging-Market-Anleihen bieten weiterhin hohe nominale Renditen. Gleichzeitig hat sich das Umfeld durch wieder steigende Zinsen in den Industrieländern, einen festen US-Dollar, geopolitische Spannungen und höhere Energiepreise schwieriger gestaltet. Insbesondere Länder mit hoher Fremdwährungsverschuldung bleiben anfällig.

Hinzu kommt, dass sich die fundamentale Situation innerhalb der Schwellenländer sehr unterschiedlich entwickelt. Während einige Staaten über solide Leistungsbilanzen und ausreichende Währungsreserven verfügen, bleibt die Schuldentragfähigkeit bei anderen Ländern problematisch.

Entscheidend bleibt deshalb die Frage, ob die zusätzliche Rendite ausreichend für die höheren politischen, Währungs- und Kreditrisiken entschädigt. Für breitangelegte Emerging-Market-Anleihen sehen wir dieses Verhältnis derzeit weiterhin nicht als überzeugend an und bleiben entsprechend zurückhaltend.

Fazit

Das Anleihenumfeld hat sich gegenüber dem vergangenen Quartal verändert. Die Hoffnung auf kontinuierlich sinkende Zinsen ist einer erneuten Sorge vor hartnäckiger Inflation gewichen. Die jüngsten Zinserhöhungen von EZB und Fed zeigen, dass der Kampf gegen die Inflation noch nicht abgeschlossen ist.

Für Anleger ist dies nicht grundsätzlich negativ: Das höhere Zinsniveau sorgt dafür, dass hochwertige Anleihen weiterhin attraktive laufende Erträge bieten. Staatsanleihen und Investment-Grade-Anleihen bleiben daher unsere bevorzugten Segmente und erfüllen gleichzeitig ihre wichtige Funktion als Stabilitäts- und Diversifikationsbaustein im Portfolio.

Bei High Yield bleiben wir selektiv und konzentrieren uns auf höhere Bonitäten. Emerging-Market-Anleihen beurteilen wir weiterhin zurückhaltend, da uns die zusätzliche Rendite für die eingegangenen Risiken derzeit nicht ausreichend erscheint.

Insgesamt bleiben wir für hochwertige Anleihen konstruktiv, würden angesichts der wieder gestiegenen Inflations- und Zinsunsicherheit bei der Duration jedoch weiterhin ausgewogen positioniert bleiben.

Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner

Quellen: MarketMap, Bloomberg und DWS
Stand:28.09.2026

Schweiz
Anlagekommentar
Oktober 2026

Währungen

Währungen – Zinswende verändert die Kräfteverhältnisse

EUR/USD – Höhere Zinsen auf beiden Seiten des Atlantiks

Das Währungspaar EUR/USD steht derzeit ganz im Zeichen einer erneuten Straffung der Geldpolitik. Die EZB hat ihren Leitzins im September um25 Basispunkte angehoben. Hintergrund sind insbesondere die anhaltenden Inflationsrisiken infolge höherer Energiepreise und der geopolitischen Spannungen. Die EZB erwartet für 2026 inzwischen eine durchschnittliche Inflationsrate von 3,0 % und signalisiert, dass die Preisentwicklung vorerst oberhalb ihres Zielwerts bleiben dürfte.

Auch die US-Notenbank hat ihren Kurs verändert und Mitte September die Fed Funds Rate um 25 Basispunkte auf 3,75–4,00 % erhöht. Die US-Wirtschaft zeigt sich weiterhin robust, während die Inflation über dem Ziel der Notenbank liegt. Entscheidend für den weiteren Kurs wird sein, ob sich der Inflationsdruck abschwächt oder weitere geldpolitische Schritte notwendig werden.

Diese Entwicklung hat den Dollar zuletzt wieder unterstützt. EUR/USD bewegt sich derzeit um 1,14. Für die kommenden Monate dürfte vor allem entscheidend sein, welche Notenbank stärker nachlegen muss. Da sowohl Fed als auch EZB gegen erhöhte Inflationsraten vorgehen, hat sich der zuvor klare geldpolitische Gegensatz abgeschwächt. Die weiterhin robuste US-Konjunktur und das höhere absolute Zinsniveau sprechen kurzfristig jedoch für eine gewisse Unterstützung des Dollars.

Fazit EUR/USD: Kurzfristig sehen wir den US-Dollar aufgrund des höheren Zinsniveaus und der robusteren US-Konjunktur weiterhin gut unterstützt. Eine deutliche Dollar-Abschwächung erscheint vorerst weniger wahrscheinlich. Mittelfristig dürfte die Entwicklung jedoch zunehmend davon abhängen, ob Fed oder EZB stärker auf den Inflationsdruck reagieren

EUR/CHF – Zinsdifferenz spricht zunehmend für den Euro

Beim EUR/CHF hat sich das fundamentale Umfeld gegenüber dem Frühjahr verändert. Die SNB hat ihren Leitzins im September erneut unverändert bei 0 % belassen. Gleichzeitig bleibt die Schweizer Inflation vergleichsweiseniedrig und bewegt sich innerhalb des von der SNB mit Preisstabilität vereinbaren Bereichs. Die Nationalbank sieht deshalb derzeit keinen unmittelbaren Anlass für eine Straffung ihrer Geldpolitik.

Demgegenüber hat die EZB ihre Zinsen erneut erhöht. Die dadurch wachsende Zinsdifferenz zwischen Euro und Franken macht Euro-Anlagenrelativ attraktiver und spricht grundsätzlich für eine gewisse Stabilisierung beziehungsweise Aufwertung des Euro gegenüber dem Franken.

EUR/CHF bewegt sich aktuell um 0,94. Gleichzeitig bleibt der Schweizer Franken strukturell unterstützt. Bei einer erneuten Verschärfung geopolitischer Risiken dürfte seine Funktion als sicherer Hafen schnell wieder in den Vordergrund treten.

Die SNB hat zudem erneut betont, dass sie bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv werden kann. Damit verfügt sie weiterhin über ein Instrument, um einer übermässigen Frankenaufwertung entgegenzuwirken.

Fazit EUR/CHF: Die höhere Verzinsung des Euro verbessert dessen Ausgangslage gegenüber dem Franken. Dies spricht für eine Stabilisierung des EUR/CHF und reduziert kurzfristig den Aufwertungsdruck auf den Franken. Eine ausgeprägte Euro-Stärke erwarten wir dennoch nicht, da der Schweizer Franken aufgrund seiner Safe-Haven-Funktion und der soliden fundamentalen Rahmenbedingungen strukturell gefragt bleibt.

USD/CHF – US-Zinsvorteil trifft auf den sicheren Hafen Franken

Bei USD/CHF ist die geldpolitische Divergenz derzeit besonders ausgeprägt. Während die Fed ihren Leitzins auf 3,75–4,00 % angehoben hat, verharrt die SNB bei 0 %. Damit besteht ein erheblicher Zinsvorteil zugunsten des US-Dollars.

Dies unterstützt den Dollar gegenüber dem Franken. Gleichzeitig sollte die strukturelle Stärke des Schweizer Frankens nicht unterschätzt werden. Bei zunehmenden geopolitischen oder wirtschaftlichen Unsicherheiten bleibt die Schweizer Währung eine der wichtigsten Fluchtwährungen.

Die weitere Entwicklung von USD/CHF dürfte deshalb von zwei gegensätzlichen Kräften bestimmt werden: dem deutlichen US-Zinsvorteil und der robusten US-Wirtschaft auf der einen sowie der Safe-Haven-Nachfrage nach Schweizer Franken auf der anderen Seite.

Fazit USD/CHF: Kurzfristig spricht die grosse Zinsdifferenz für eine Unterstützung des US-Dollars gegenüber dem Franken. Gleichzeitig dürfte das Aufwertungspotenzial des Dollars begrenzt bleiben, da der Franken in Phasen erhöhter Unsicherheit schnell wieder gesucht wird. USD/CHF bleibt damit ein Spannungsfeld zwischen Carry-Vorteil des Dollars und Sicherheitsprämie des Frankens.

Gesamtfazit

Die geldpolitischen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Monaten deutlich verändert. Fed und EZB reagieren auf die wieder erhöhten Inflationsrisiken mit einer strafferen Geldpolitik, während die SNB ihren Leitzins bei 0 % belässt. Dadurch gewinnen die Zinsdifferenzen als Treiber der Wechselkurse wieder an Bedeutung.

Kurzfristig bleibt der US-Dollar durch das höhere Zinsniveau und die robuste US-Wirtschaft unterstützt. Auch der Euro erhält gegenüber demFranken zunehmend Unterstützung durch den europäischen Zinsvorteil. Der Schweizer Franken bleibt dagegen trotz des fehlenden Zinsvorteils strukturell stark und dürfte insbesondere bei geopolitischen oder wirtschaftlichen Unsicherheiten weiterhin gesucht bleiben.

Für die Portfolios bedeutet dies: USD-Positionen profitieren derzeit stärker vom Zinsvorteil, EUR-Anlagen haben gegenüber CHF an Attraktivität gewonnen, während der Schweizer Franken seine wichtige Funktion als Stabilitäts- und Diversifikationswährung behält.

Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner

Quellen: MarketMap und Bloomberg
Stand:28.09.2026

Anlagekommentar
Oktober 2026

Öl

Der Ölpreis bleibt volatil

Wir erwarten in den nächsten Wochen ein anhaltendes Ringen zwischen den USA und Iran über die Kontrolle der Strasse von Hormuz und dadurch weiterhin reduzierte Öllieferungen durch dieses Nadelöhr und infolgedessen einen WTI-Ölpreis mit einer Bandbreite von 85 – 105 USD pro Fass.

Das Ringen um die Strasse von Hormuz zeitigt eine volatile Ölpreisentwicklung. Nachdem der WTI-Ölpreis im Juli auf 70 USD je Fass gefallen ist, erreichte er anfangs September 105 USD je Fass. Derzeit bewegt er sich wieder bei 93 USD je Fass.

Erstaunlicherweise hat die monatelange Pattsituation am Arabischen Golf (auch Persischer Golf genannt) und die dadurch reduzierten Öllieferungen zu keinem Engpass in der Versorgung geführt. Dies hat auch damit zu tun, dass (1) die strategischen Ölreserven von einigen Ländern angezapft wurden, (2) über Alternativlandrouten (Pipelines) ausgewichen werden konnte und (3) unter iranischen Auflagen oder unter Begleitschutz der US Navy Öltransporte durch die Strasse von Hormus durchgeführt wurden.

Die Amerikaner setzen darauf, dass Iran wirtschaftlich unter den Sanktionen kollabiert und die Iraner, dass durch den hohen Ölpreis und die steigende Inflation die Republikaner einen Wahlschlappe an den Midterms Wahlen einfangen.

‍

Dr. Patrick Huser, CEO

Quellen: OPEC, FuW, MarketMap, International Energy Agency (IEA)
Stand: 29.09.2026

Schweiz