Das Umfeld ist weiterhin von moderatem Wachstum, niedriger Inflation und erhöhter externer Unsicherheit geprägt. Der Schweizer Aktienmarkt behauptet seine Rolle als stabiler Markt mit attraktiver Dividendenrendite. Zyklisches Aufwärtspotenzial sehen wir insbesondere bei mittelgrossen Unternehmen.
Die Schweizer Wirtschaft dürfte 2026 mit rund 1,0% weiterhin unterdurchschnittlich wachsen, nachdem sich die Konjunktur Ende 2025 stabilisiert hat. Hauptbelastungsfaktoren sind der Krieg im Nahen Osten, steigende Energiepreise sowie eine erhöhte globale Unsicherheit, welche sowohl die Weltkonjunktur als auch die exportorientierten Sektoren dämpfen.
Die Inflation wird vom SECO infolge höherer Energiepreise leicht nach oben revidiert, bleibt jedoch insgesamt tief. Gleichzeitig bremsen eine schwächere Auslandsnachfrage und der starke Schweizer Franken die Exportwirtschaft und könnten sich negativ auf die Investitionstätigkeit auswirken, während der private Konsum etwas an Dynamik verliert.
Für 2027 wird eine moderate Erholung (SECO-Prognose: 1,7% Wachstum) erwartet, unterstützt durch eine graduelle Belebung der europäischen Wirtschaft, insbesondere in Deutschland. Der Arbeitsmarkt dürfte sich leicht abschwächen, bevor sich die Lage 2027 wieder stabilisiert.
SECO-Konjunkturprognosen
BIP 2026 1.00%
Inflation 2026 0.40%
Leitzins 0.00%
Quellen: Chefinvest, ZKB, SECO
Stand: 25.03.2026
Europa befindet sich 2026 in einem Umfeld moderaten Wachstums bei gleichzeitig erhöhtem Inflations- und Zinsdruck. Die Märkte erscheinen fair bewertet, sodass selektive Anlagen mit Fokus auf Qualität und Preissetzungsmacht entscheidend bleiben.
Die Wachstumsperspektiven für Europa bleiben verhalten. Die Europäische Zentralbank erwartet für 2026 ein BIP-Wachstum von lediglich 0.9 %, nachdem die Prognose zuletzt nach unten revidiert wurde. Gleichzeitig dürfte sich der Arbeitsmarkt leicht eintrüben, mit einer erwarteten Arbeitslosenquote von rund 6.3 %. Frühindikatoren wie der PMI signalisieren zwar weiterhin Expansion, jedoch ohne klare Dynamik.
Auf der Zinsseite zeichnet sich eine restriktivere Haltung ab: Für das zweite Quartal 2026 wird ein Anstieg des Einlagensatzes auf etwa 2.5 % erwartet, getrieben durch anhaltenden Inflationsdruck insbesondere im Energiesektor.
Die Gewinnentwicklung europäischer Unternehmen dürfte 2026 moderat ausfallen. Analysten erwarten ein Gewinnwachstum von rund 3–5 %, während die Umsätze aufgrund eines starken Euros und globaler Unsicherheiten nur verhalten zulegen dürften.
Bewertungsseitig notieren europäische Aktien aktuell auf einem erhöhten Niveau (ca. 15x Forward Earnings). Europa gilt damit nicht mehr als günstig, bleibt jedoch im relativen Vergleich – insbesondere gegenüber den USA – weiterhin attraktiv.
Für den Euro wird mittelfristig eine Aufwertung erwartet (EUR/USD ca. 1.20+), was die Exportdynamik dämpfen könnte.
Geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, sowie handelspolitische Unsicherheiten bleiben zentrale Risikofaktoren. Gleichzeitig wirken steigende Fiskalausgaben in Europa unterstützend.
BIP-Wachstum 2026 +1.4%
EU-Inflation 2026 + 2.5%
Aktueller 3 Monats Euribor + 2.1%
Daniel Beck, Mitglied der Geschäftsleitung
Quellen: Europäische Kommission, Statista, HCOB, S&P Global
Stand: 23.03.2026
Trotz fehlendem Aufwind durch die Geldpolitik befindet sich die US-Wirtschaft auf Wachstumskurs. Wir gehen von einem ‘Deal’ im Mittleren Osten aus und dass sich die Situation darauf in den nächsten Wochen beruhigt, bis dahin aber die Volatilitäten an den Märkten hoch bleibt.
Der Flash S&P Global US Composite PMI (Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor und das verarbeitende Gewerbe) ist nach vorläufigen Berechnungen im März 2026 gegenüber dem Vormonat um 0.5 Punkte auf 51.4 Punkte gesunken. Damit signalisiert dieser um 6 Monate vorlaufende Indikator gegenüber den Vormonaten zwar eine klare Verlangsamung aber immer noch ein Wirtschaftswachstum. Der Krieg mit Iran verunsichert zunehmend die Wirtschaftsakteure und die erhöhten Ölpreise treiben die Inflation an. US-Präsident Trump hat deshalb und nicht zuletzt wegen den Mid-Term Wahlen im Herbst starkes Interesse daran, dass der Konflikt bald beendet wird. Darum wird es zu einem Deal kommen.
Im Februar wurden ausserhalb der Landwirtschaft 92'000 Arbeitsstellen abgebaut, was klar unter der Erwartung eines leichten Zuwachses war aber auch mit den extremen Wetterbedingungen in Februar zu tun haben könnte. Zudem wurden auch die Stellen für die Vormonate (Januar und Dezember) nach unten korrigiert, was auf eine starke Abkühlung des Arbeitsmarktes hindeutet. Die Arbeitslosigkeit stieg im Februar aber nur um moderate 0.1% gegenüber dem Vormonat auf 4.4% (was der gleiche Wert darstellt wie im letzten Dezember).
An seiner Sitzung vom 17-18 März 2026 hielt das Fed trotz schwächelndem Arbeitsmarkt an ihren Leitzins (Fed Fund Rate) bei 3.5-3.75% fest. Da der Ölpreisanstieg durch die kriegerischen Ereignisse am Persischen Golf den Inflationsdruck zwar erhöht, aber die konkreten Auswirkungen noch nicht beurteilt werden können, wird mit weiteren Zinssenkungen vorerst zugewartet. Das Fed geht für 2026 immer noch von einem Wirtschaftswachstum von 2.4 % aus. Dies hat auch damit zu tun, dass die USA durch die Schieferölproduktion in den letzten Jahren zu einem Nettoölexporteur geworden sind und dadurch von steigenden Ölpreisen profitieren. Die Prognosen für die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel- und Energiepreise) im 2026 wurden mit 2.7 % nur leicht nach oben angepasst. Auf jeden Fall stellt die derzeitige Situation für das Fed aber eine Herausforderung dar, die richtige Balance zwischen ihren zwei Mandaten Preisstabilität und Vollbeschäftigung zu finden.
Auch für das 4. Quartal 2025 übertrafen die Gewinnausweise der S&P 500 Unternehmen mit einer Steigerung von beeindruckenden 14.00% im Jahresvergleich die Prognosen. Auch für die Gewinnausweise für das 1. Quartal 2026 liegen die Erwartungen bei einem Zuwachs von. Die derzeitige Aktienmarktbewertung wird also durch ein solides Gewinnwachstum gestützt. Bei einem Kurs-/Gewinnverhältnis des S&P 500 von 20.3 (auf Basis der Gewinnschätzungen der Analysten für die nächsten 12 Monate) ist die Markbewertung in den letzten Monaten weiter gesunken, bleibt aber noch knapp über dem 5-Jahresdurchschnitt von 20.0 bzw. 7 % über dem 10-Jahresdurchschnitt von 18.9.
GDP 2026 (IWF): +2.40%
Inflation 2026 (IWF): +2.50%
Fed Fund Rate: +3.50-3.75%
Quellen: Trading Economics, FuW, US Bureau of Labor Statistics, Statista, IWF, FMOC
Stand: 25.03.2026
China ist kein breiter Wachstumsmarkt mehr, sondern ein politisch gesteuertes, selektives Investmentuniversum. Ein Mehrwert entsteht nur noch durch gezielte Allokation in strategische Schlüsselindustrien, während grosse Teile des Marktes strukturell an Attraktivität verlieren. Wir erachten die Technologieaktien nach wie vor als interessant.
China befindet sich in einem anhaltenden Transformationsprozess von investitionsgetriebenem hin zu qualitativem Wachstum. Für das Jahr 2026 wird ein BIP-Wachstum von rund 4,5–5,0 % prognostiziert. Dieses liegt zwar unter dem historischen Niveau, kann jedoch im globalen Vergleich weiterhin als solide betrachtet werden. Das Wachstum war zuletzt stark exportgetrieben, während der Binnenkonsum strukturell schwach blieb. Zwar deuten aktuelle Indikatoren auf eine Stabilisierung hin, jedoch ist auch eine Zunahme externer Risiken zu verzeichnen.
Die grössten Belastungsfaktoren liegen unverändert im Inland: Der deutlich geschrumpfte Immobiliensektor verliert seine Rolle als Wachstumsmotor und belastet sowohl Haushalte als auch lokale Staatsfinanzen. Gleichzeitig führt eine hohe Sparquote – getrieben durch Unsicherheit und geringe soziale Absicherung – zu anhaltend schwachem Konsum. Damit fehlt China aktuell ein tragfähiger binnenwirtschaftlicher Wachstumstreiber.
Demgegenüber steht eine klare strategische Neuausrichtung: Staatlich priorisierte Sektoren wie Halbleiter, künstliche Intelligenz, Elektromobilität sowie erneuerbare Energien gewinnen weiter an Bedeutung. Das Ziel besteht darin, die technologische Unabhängigkeit zu stärken und die industrielle Wertschöpfung zu erhöhen. Für Investoren verschiebt sich damit das Chancenprofil weg vom breiten Markt hin zu klar definierten, industriepolitisch geförderten Bereichen.
Die aktuelle Ölkrise im Iran belastet die Wirtschaft kurzfristig. Steigende Energiepreise wirken sich negativ auf Produktion und Konsum aus und beeinträchtigen die exportorientierte Wirtschaft durch eine schwächere globale Nachfrage. China zeichnet sich durch eine Reihe von Faktoren aus, die es in einer vergleichbaren Situation deutlich robuster erscheinen lassen als viele andere Volkswirtschaften. Dazu zählen eine Diversifikation der Wirtschaft, die Haltung umfangreicher Ölreserven und eine führende Rolle bei der Elektrifizierung mit erneuerbaren Energiequellen.
IMF Prognosen
BIP 2026 4.50%
Inflation 2026 0.70%
Shibor 1.52%
Stand: 25.03.2026
Kurzfristig ist bei Gold mit erhöhter Volatilität zu rechnen, getrieben durch geopolitische Entwicklungen und Unsicherheiten im Zinsausblick. Mittelfristig bleibt das Umfeld jedoch unterstützend, sodass Gold weiterhin eine wichtige Rolle als Diversifikator im Portfolio einnimmt.
Gold bewegt sich weiterhin auf einem erhöhten Niveau, zeigt aktuell jedoch eine deutlich gestiegene Volatilität. Auslöser hierfür ist insbesondere die Eskalation im Nahen Osten, die kurzfristig zu stärkeren Preisschwankungen nach unten geführt hat.
Gleichzeitig ergibt sich ein komplexeres makroökonomisches Umfeld: Der Konflikt erhöht das Risiko steigender Energiepreise und damit eines erneuten Inflationsdrucks. Dies könnten die Spielräume der Zentralbanken für weitere Zinssenkungen begrenzen oder verzögern, was grundsätzlich belastend für Gold wäre. Damit steht das Edelmetall aktuell in einem Spannungsfeld zwischen geopolitischer Unterstützung und potenziell höheren Realzinsen.
Die strukturelle Nachfrage bleibt jedoch intakt. Zentralbanken kaufen weiterhin Gold zur Diversifikation ihrer Reserven, und in Phasen erhöhter Unsicherheit steigt die Nachfrage nach sicheren Anlagen zusätzlich an. Das Angebot reagiert hingegen nur begrenzt, was Preisbewegungen verstärken kann.
Insgesamt ist die Marktpositionierung dynamischer geworden, ohne bereits überhitzt zu sein, wodurch zusätzliche Bewegungen in beide Richtungen möglich bleiben.
Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner
Quellen: Degussa, Reuters und Financial Times.
Stand: 25.03.2025
Japan profitiert weiterhin von strukturellen Verbesserungen und moderater Inflation. Kurzfristig belasten jedoch geopolitische Risiken – insbesondere übersteigende Energiepreise – sowie die geldpolitische Normalisierung. Insgesamt bleibt Japan strategisch attraktiv, taktisch ist jedoch erhöhte Vorsicht angezeigt.
Die japanische Wirtschaft befindet sich weiterhin in einer Phase moderater, zunehmend selbsttragender Erholung. Neben den bekannten strukturellen Verbesserungen rücken jedoch geopolitische Entwicklungen – insbesondere im Nahen Osten – stärker in den Fokus.
Japan profitiert aktuell von einer stabilen Binnenkonjunktur sowie einer robusten globalen Nachfrage im Industrie- und Technologiesektor. Die Inflation hat sich nachhaltig über der 2%-Marke etabliert, unterstützt durch steigende Löhne und eine verbesserte Preissetzungsmacht der Unternehmen. Damit scheint der langjährige Deflationsdruck zunehmend überwunden.
Die Bank of Japan hat mit der Abkehr von der Negativzinspolitik einen historischen Schritt vollzogen. Trotz erster Anpassungen bleibt die Geldpolitik im internationalen Vergleich weiterhin expansiv.
Die Herausforderung besteht darin, die Normalisierung fortzusetzen, ohne die fragile Erholung zu gefährden – insbesondere vor dem Hintergrund externer Schocks.
Japan ist als rohstoffarmes Land in hohem Maße von Energieimporten abhängig. Die Eskalation im Nahen Osten, insbesondere ein möglicher bzw. anhaltender Konflikt mit dem Iran, stellt daher ein zentrales Risiko dar. Steigende Öl- und Gaspreise wirken für Japan doppelt belastend:
Kurzfristig kann dies die Inflation zwar weiter stützen, gleichzeitig erhöht sich jedoch das Risiko, dass die BoJ in einem schwierigen Spannungsfeld zwischen Wachstumsstützung und Inflationsbekämpfung agieren muss.
Der Yen bleibt schwach und wirkt aktuell unterstützend für exportorientierte Unternehmen. Gleichzeitig verstärkt ein schwacher Yen die importierte Inflation – insbesondere im Energiesektor.
Eine mögliche Aufwertung im Zuge weiterer geldpolitischer Anpassungen oder globaler Unsicherheiten bleibt ein zentraler Einflussfaktor.
Unabhängig von kurzfristigen Risiken bleibt der strukturelle Investment Case bestehen: Japanische Unternehmen verbessern weiterhin ihre Kapitalallokation, steigern ihre Eigenkapitalrenditen und setzen verstärkt auf Shareholder Value. Initiativen der Tokioter Börse verstärken diesen Trend zusätzlich.
Erwartetes BIP 2026 0.6%
Erwartete Inflation 2026 1.7%
Japanischer Leitzins 0.81%
Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner
Quellen: OECD, Bank of Japan und IWF
Stand:25.03.2026
Japan profitiert weiterhin von strukturellen Verbesserungen und moderater Inflation. Kurzfristig belasten jedoch geopolitische Risiken – insbesondere übersteigende Energiepreise – sowie die geldpolitische Normalisierung. Insgesamt bleibt Japan strategisch attraktiv, taktisch ist jedoch erhöhte Vorsicht angezeigt.
Die japanische Wirtschaft befindet sich weiterhin in einer Phase moderater, zunehmend selbsttragender Erholung. Neben den bekannten strukturellen Verbesserungen rücken jedoch geopolitische Entwicklungen – insbesondere im Nahen Osten – stärker in den Fokus.
Japan profitiert aktuell von einer stabilen Binnenkonjunktur sowie einer robusten globalen Nachfrage im Industrie- und Technologiesektor. Die Inflation hat sich nachhaltig über der 2%-Marke etabliert, unterstützt durch steigende Löhne und eine verbesserte Preissetzungsmacht der Unternehmen. Damit scheint der langjährige Deflationsdruck zunehmend überwunden.
Die Bank of Japan hat mit der Abkehr von der Negativzinspolitik einen historischen Schritt vollzogen. Trotz erster Anpassungen bleibt die Geldpolitik im internationalen Vergleich weiterhin expansiv.
Die Herausforderung besteht darin, die Normalisierung fortzusetzen, ohne die fragile Erholung zu gefährden – insbesondere vor dem Hintergrund externer Schocks.
Japan ist als rohstoffarmes Land in hohem Maße von Energieimporten abhängig. Die Eskalation im Nahen Osten, insbesondere ein möglicher bzw. anhaltender Konflikt mit dem Iran, stellt daher ein zentrales Risiko dar. Steigende Öl- und Gaspreise wirken für Japan doppelt belastend:
Kurzfristig kann dies die Inflation zwar weiter stützen, gleichzeitig erhöht sich jedoch das Risiko, dass die BoJ in einem schwierigen Spannungsfeld zwischen Wachstumsstützung und Inflationsbekämpfung agieren muss.
Der Yen bleibt schwach und wirkt aktuell unterstützend für exportorientierte Unternehmen. Gleichzeitig verstärkt ein schwacher Yen die importierte Inflation – insbesondere im Energiesektor.
Eine mögliche Aufwertung im Zuge weiterer geldpolitischer Anpassungen oder globaler Unsicherheiten bleibt ein zentraler Einflussfaktor.
Unabhängig von kurzfristigen Risiken bleibt der strukturelle Investment Case bestehen: Japanische Unternehmen verbessern weiterhin ihre Kapitalallokation, steigern ihre Eigenkapitalrenditen und setzen verstärkt auf Shareholder Value. Initiativen der Tokioter Börse verstärken diesen Trend zusätzlich.
Erwartetes BIP 2026 0.6%
Erwartete Inflation 2026 1.7%
Japanischer Leitzins 0.81%
Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner
Quellen: OECD, Bank of Japan und IWF
Stand:25.03.2026
Die Kapitalmärkte treten in eine Phase zunehmender Differenzierung ein: Breite Marktbewegungen verlieren an Bedeutung, während Selektion und strukturelle Trends in den Vordergrund rücken. Kurzfristig dominieren geopolitische Risiken und erhöhte Volatilität, während mittelfristig stabile Fundamentaldaten unterstützend wirken. Der interne globale Aktienbarometer CAIB signalisiert aktuell eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 46,5% auf einen Monat und rund 50% auf zwölf Monate, was die vorsichtige Kurzfristperspektive bestätigt.
Das globale makroökonomische Umfeld bleibt grundsätzlich stabil und unterstützt weiterhin Risikoanlagen – allerdings bei deutlich gestiegener Komplexität. Die grossen Volkswirtschaften wachsen moderat, während sich die Inflation schrittweise normalisiert.
Gleichzeitig sorgen geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, für steigende Energiepreise und erhöhte Unsicherheit. Dies hat zu einer spürbaren Neubewertung der Zinserwartungen geführt. Während zuvor Zinssenkungen erwartet wurden, preisen die Märkte teilweise wieder Zinserhöhungen ein. Diese Entwicklung dürfte jedoch überzogen sein, da bislang kein nachhaltiger Inflationsdruck erkennbar ist. Entsprechend dürfte die Geldpolitik vorerst abwartend bleiben – bei gleichzeitig erhöhter Marktvolatilität.
Auf Unternehmensebene bleibt die Ausgangslage solide. Die Gewinnentwicklung ist robust und wird durch strukturelle Trends wie Digitalisierung und insbesondere künstliche Intelligenz unterstützt, die langfristig erhebliche Produktivitätsgewinne ermöglichen dürfte.
Gleichzeitig verändert sich die Marktstruktur: Die Renditen entwickeln sich zunehmend unterschiedlich, und die Performance wird stärker von einzelnen Sektoren und Unternehmen getragen. Die hohe Konzentration – insbesondere im US-Markt – erhöht die Verwundbarkeit gegenüber unternehmensspezifischen Risiken und unterstreicht die Bedeutung einer breiten Diversifikation.
Aus Sicht der Chefinvest bestätigt die Analyse ein konstruktives, jedoch aktuell anspruchsvolleres Marktumfeld. Kurzfristig überwiegen aufgrund des abgeschwächten Momentums und geopolitischer Unsicherheiten die Risiken. Die erhöhte Sensitivität gegenüber Energiepreisen und Zinserwartungen spricht dafür, dass die Verlustwahrscheinlichkeiten derzeit höher sind als die Gewinnchancen.
Auf Sicht von zwölf Monaten bleibt das Bild jedoch ausgewogen. Solides Wachstum, stabile Unternehmensgewinne und strukturelle Trends wie künstliche Intelligenz sprechen für eine insgesamt ausgewogene, jedoch klar selektiv auszurichtende Aktienpositionierung.
Attraktiv erscheinen insbesondere Märkte mit vergleichsweise tiefen Bewertungen wie China, Brasilien und die Schweiz, während Europa kurzfristig durch erhöhte Volatilität geprägt sein dürfte.
Source: MarketMap, Chefinvest, UBS, WisdomTree, Citi Wealth, Deutsche Bank
Stand:25.03.2026
Anleihen bleiben in einem Umfeld moderater geldpolitischer Lockerung und nachlassender Inflation wieder ein zentraler Portfoliobaustein. Staats- und Investment-Grade-Anleihen bieten Stabilität und verlässlichen Carry, während High Yield und Emerging Markets selektiv zur Renditesteigerung eingesetzt werden sollten. Geopolitische Risiken, insbesondere im Nahen Osten, bleiben dabei zu beobachten, stellen aktuell jedoch keinen strukturellen Treiber für das Zinsumfeld dar.
Die Entwicklung der Staatsanleihen wird weiterhin stark von der Geldpolitik und den Inflationserwartungen geprägt. Die großen Zentralbanken haben den Zinshöhepunkt erreicht und befinden sich in einer Phase vorsichtiger Lockerung, wobei die Geschwindigkeit der Zinssenkungen datenabhängig bleibt. Die Renditen haben sich zuletzt stabilisiert, nachdem sie im Vorfeld deutlich gefallen waren. US-Treasuries bieten weiterhin attraktive Realrenditen und fungieren als zentraler Diversifikator in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit. In Europa profitieren Kernländer von defensiven Kapitalflüssen, während Peripherieanleihen selektiv Mehrertrag liefern, jedoch politisch anfälliger bleiben. Insgesamt gewinnt Duration wieder an Bedeutung, insbesondere als Absicherung gegen konjunkturelle Abschwächung.
Investment-Grade-Anleihen zeigen sich weiterhin robust. Die Unternehmen verfügen über solide Bilanzen und ausreichende Liquidität, wodurch das Refinanzierungsrisiko trotz höherer Zinsen begrenzt bleibt. Die Spreads sind weiterhin eng und spiegeln die gute Fundamentallage wider, bieten jedoch nur begrenzten zusätzlichen Puffer bei einer möglichen Konjunkturabkühlung. Gleichzeitig bleiben die All-in-Yields attraktiv, insbesondere im europäischen Markt. IG-Anleihen erfüllen damit weiterhin eine wichtige Rolle als stabiler Renditelieferant im Portfolio und eignen sich für eine leicht erhöhte Duration im aktuellen Umfeld.
Im High-Yield-Segment bleibt die Situation zweigeteilt. Während die Renditen weiterhin attraktiv erscheinen, sind die Spreads historisch betrachtet eng, was die Risikoprämie reduziert. Die fundamentale Lage ist im oberen Ratingsegment solide, jedoch steigt der Druck auf schwächere Emittenten, insbesondere im CCC-Bereich. Die Ausfallraten dürften leicht anziehen, bleiben aber im historischen Vergleich moderat. Der Fokus sollte daher klar auf höherwertigen Segmenten wie BB und ausgewählten B-Titeln liegen. Insgesamt bleibt High Yield eine taktische Beimischung, die selektiv und qualitätsorientiert eingesetzt werden sollte.
Emerging-Market-Anleihen profitieren weiterhin von attraktiven Renditeniveaus und teilweise fortgeschrittenen Zinssenkungszyklen. Besonders Anleihen in lokaler Währung bieten hohe reale Renditen, während Hartwährungsanleihen durch stabile Cashflows überzeugen. Die Entwicklung bleibt jedoch stark abhängig von der US-Dollar-Bewegung und der globalen Risikobereitschaft. Regionale Unterschiede bleiben ausgeprägt: Lateinamerika erscheint aktuell attraktiver, während asiatische Märkte stabiler, aber weniger renditestark sind. Geopolitische Spannungen und Rohstoffpreisbewegungen bleiben zentrale Einflussfaktoren. Insgesamt bieten EM-Anleihen weiterhin Diversifikationspotenzial, erfordern jedoch eine aktive Steuerung.
Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner
Quellen: MarketMap, Bloomberg und DWS
Stand:25.03.2025
Seit November hat sich das Umfeld zugunsten des Dollars verschoben. Die US-Wirtschaft zeigt sich weiterhin überraschend robust, während sich die Dynamik in der Eurozone abgeschwächt hat. Gleichzeitig hat sich die Erwartung schneller Zinssenkungen in den USA nach hinten verschoben, während die EZB bereits in einem klareren Lockerungsmodus ist. Diese erneute Ausweitung der Zinsdifferenz hat den Dollar gestützt.
Zusätzlich wirken geopolitische Spannungen – insbesondere im Nahen Osten – unterstützend für den USD als globale Reservewährung. Der Euro bleibt hingegen anfällig für schwaches Wachstum und politische Unsicherheiten innerhalb der Eurozone.
Fazit (12 Monate): Der Dollar dürfte strukturell unterstützt bleiben; eine nachhaltige Euro-Stärke ist erst bei klarer Wachstumsbelebung in Europa zu erwarten – insgesamt leicht USD-positiver Bias mit erhöhter Volatilität.
Der Franken hat sich seit November erneut als stabiler Anker erwiesen. Trotz Zinssenkungen der SNB bleibt die Nachfrage nach dem CHF hoch, was insbesondere auf die gestiegenen geopolitischen Risiken zurückzuführen ist. Gleichzeitig bleibt die Inflation in der Schweiz deutlich niedriger als in der Eurozone, was der SNB-Spielraum gibt, aber auch den realen Wert des Frankens unterstützt.
Der Euro leidet weiterhin unter schwächerem Wachstum und geringerer Attraktivität im globalen Kapitalflussvergleich. Interventionen der SNB bleiben ein möglicher, aber aktuell nicht dominanter Faktor.
Fazit (12 Monate): Der Franken bleibt strukturell stark; EUR/CHF dürfte in einer engen Bandbreite verharren mit klaren Aufwertungsphasen des CHF in Stresssituationen.
Das Paar zeigt seit November eine erhöhte Volatilität. Einerseits stützt die weiterhin restriktivere US-Geldpolitik den Dollar, andererseits führen geopolitische Risiken und Marktunsicherheiten regelmäßig zu Zuflüssen in den Franken.
Neu hinzu kommt, dass die Marktteilnehmer zunehmend zwischen „Zinsstory“ und „Risiko-Story“ wechseln, was kurzfristige Richtungswechsel verstärkt. Die SNB bleibt locker, während die Fed länger restriktiv bleiben könnte als ursprünglich erwartet.
Fazit (12 Monate): Leicht USD-positiver Grundtrend durch Zinsdifferenz, jedoch mit wiederkehrenden CHF-Stärkephasen – insgesamt ein volatiles Seitwärtsbild mit leichtem USD-Vorteil.
Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner
Quellen: MarketMap und Bloomberg
Stand:25.03.2026
Wir erwarten eine baldige Lösung des Problems an der Strasse von Hormuz und infolgedessen eine Entspannung bei den WTI-Ölpreisen auf eine Bandbreite von 70 – 80 USD pro Fass.
Der WTI-Ölpreis ist durch Ausbruch des Krieges zwischen den USA/Israel gegen Iran vor 3 Wochen auf zeitweise knapp 120 USD per Fass gestiegen und liegt derzeit wieder bei 90 USD pro Fass. Dies verunsichert zunehmen weltweit die Konsumenten und treibt die Inflation an.
Das hat mit der Meerenge zwischen Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten – der sogenannten Strasse von Hormuz - und der defacto Blockade derselben und Bombardierungen der Öl- und Gasinfrastruktur der Nachbarländer durch Iran zu tun.
Durch die Strasse von Hormuz werden ca. 20 % der weltweiten Öl- und Gaslieferungen verschifft. Da Iran gedroht hat die Öl- und Gaslieferungen durch die Strasse von Hormuz anzugreifen, ist die Schifffahrt durch das Nadelöhr fast zum Erliegen gekommen. Aufgrund der Befürchtungen, dass es dadurch zu Versorgungsengpässen kommen wird, sind die Öl- und Gaspreise stark gestiegen.
Da die Lager vor dem Krieg gut gefüllt waren und durch die - von der Internationale Energieagentur (IEA) koordinierte - Freigabe von 400 Mio. Fass pro Tag aus den strategischen Ölreserven von den 32 IEA Mitgliedländern ist ein Engpass in den nächsten Wochen nicht zu erwarten. Zusätzlich wurde das vorher sanktionierte russische Öl vom Westen vorrübergehend wieder als salonfähig erklärt.
Obwohl die USA mittlerweile ein Nettoerdölexporteur sind, hat US-Präsident Trump wegen den herannahenden Mid-Term-Kongresswahlen ein starkes Interesse an einer baldigen Lösung des Problems. Auch Iran hat grosses Interesse an einem Deal betreffend die Strasse von Hormuz. Liegt doch ihr Ölverladezentrum auf der Insel Kharg im Persischen Golf, weshalb ihre Öllieferungen auch durch diese Meerenge transportiert werden muss.
Quellen: OPEC, FuW, MarketMap, International Energy Agency (IEA)
Stand: 25.03.2026