In einem Umfeld moderater Wachstumsraten, anhaltender Nullzinsen und einer Inflation im Zielband erweisen sich Schweizer Sachwerte im Vergleich zu Staatsanleihen als deutlich überlegen. Immobilien profitieren direkt von dauerhaft tiefen Finanzierungskosten und einer chronischen Verknappung, während die Schweizer Aktienmärkte dank defensiver Schwergewichte mit hoher Preissetzungsmacht und stabilen Dividenden von 3.00% bis 4.00% überzeugen. Im direkten Vergleich dazu bieten Schweizer Staatsanleihen bei Renditen unterhalb der Inflationsgrenze von 0,60% eine negative Realrendite und verlieren ihre Attraktivität. Für das Portfolio bedeutet dies eine klare Übergewichtung von Substanz- und Dividendenwerten. Im Gegensatz zu Nominalwerten bieten diese einen echten Kapitalschutz und attraktive Renditeaufschläge.
Der geopolitische Erdölpreisschock durch den Nahost-Konflikt bremst die Schweizer Wirtschaft. Aufgrund der gestiegenen Energiekosten und der hohen Verunsicherung revidiert die KOF ihre reale BIP-Prognose für 2026 von 1.00% auf 0.80% und für 2027 auf 1.50% nach unten. Die Wirtschaft wächst damit vorerst unter ihrem Potenzial. Gleichzeitig wird die Inflationsprognose für 2026 aufgrund der Treibstoff- und Energiepreise auf 0.60% erhöht, bleibt jedoch im Stabilitätsbereich.
In Übereinstimmung mit dieser Entwicklung hat die Schweizerische Nationalbank in ihrer jüngsten Lagebeurteilung den Leitzins unverändert bei 0.00% belassen. Das Direktorium kommt zu dem Schluss, dass mittelfristig mit einer Teuerung von 0.60% zu rechnen ist und Zweitrundeneffekte verhalten bleiben und sieht keinen Handlungsbedarf. Um exporthemmenden Franken-Aufwertungen entgegenzuwirken, bleibt die Nationalbank jedoch zu Devisenmarktinterventionen bereit.
Der Arbeitsmarkt zeigt derzeit weiterhin Stagnation. Aufgrund fehlender Konjunkturimpulse bleibt die SECO-Arbeitslosenquote unverändert bei 3.10%. Während der Bund restriktive Sparprogramme zur Einhaltung der Schuldenbremse umsetzt, senden Kantone wie Zürich und Bern Gegenimpulse. Sie nutzen Ihren finanziellen Spielraum, um deutliche Steuersenkungen zu realisieren, was eine stützende Wirkung auf die Kaufkraft hat.
KOF-Konjunkturprognosen
BIP 2026 0.80%
Inflation 2026 0.60%
Leitzinsen 0.00%
Quellen: Chefinvest, ZKB, SECO
Stand: 24.06.2026
Der europäische Aktienmarkt zeigt sich trotz Inflationsrisiken und schwächerer Wachstumsaussichten überraschend robust. In der Berichtssaison Q1/2026 übertrafen viele europäische Konzerne die Gewinnerwartungen.
Das saisonbereinigte Bruttoinlandprodukt (BIP) sank im 1. Quartal 2026 im Euroraum um 0.20% und in der Europäischen Union (EU) um 0.10% im Vergleich zum Vorquartal. Im Jahresvergleich (Q1/2026 zu Q1/2025) stieg es um 0,30%.
Aufgrund der stärkeren Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten auf die Rohstoffmärkte und der nachlassenden Dynamik in der Wirtschaftstätigkeit geht die Europäische Kommission in ihrer Frühjahrsprognose von einer schwächeren Konjunktur aus. Nach 1.50% im Jahr 2025 dürfte sich das BIP-Wachstum in der EU auf 1.10% verlangsamen – eine Abwärtskorrektur um 0.30% gegenüber der Herbstprognose (1.40%). Die Lage sollte sich dann 2027 leicht verbessern und auf 1.40% ansteigen.
Der Arbeitsmarkt ist stabil und die Arbeitslosenquote blieb im Euroraum im April 2026 unverändert bei 6.30%.
Die jährliche Inflation lag im Euroraum im Mai 2026 bei 3.20%, nach 3.00% im April. Ein Jahr zuvor betrug sie 1.90%. Es wird erwartet, dass die Inflation im Euroraum im Jahr 2026 auf 3.00% - 1.10% höher als vorher prognostiziert – steigen und 2027 wieder auf 2.30% sinken wird.
BIP-Wachstum 2026 +1.10% (E)
EU-Inflation 2026 + 3.00% (E)
Aktueller 3 Monats Euribor + 2.33%
Die EZB erhöhte diesen Monat ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2.25%, Es war die erste Erhöhung seit 2023, nachdem der Krieg in Iran und der daraus resultierende Energieschock die Inflation in der Eurozone im Mai auf 3.20% getrieben hatten (EZB-Ziel 2.00%).
Das globale Umfeld zeigt sich nun etwas günstiger, da die Energiepreise nach der Bekanntgabe des Rahmenabkommens gesunken sind, auch wenn sie weiterhin über den Durchschnittswerten von Januar und Februar 2026 liegen. Die Inflationserwartungen haben sich leicht abgeschwächt und der Druck für eine weitere geldpolitische Straffung etwas nachgelassen.
Der europäische Aktienmarkt zeigt sich trotz Inflationsrisiken und schwächerer Wachstumsaussichten überraschend robust. In der Berichtssaison Q1/2026 übertrafen viele europäische Konzerne die Gewinnerwartungen. Aktuell deutet sich bei den europäischen Firmen für die nächsten Quartale ein positiver Trend der Umsatz- und Gewinnerwartungen ab. Bei den Umsätzen für das 2Q und für das 3Q wird ein Anstieg um jeweils +10.00% J/J erwartet. Die Gewinne sollten im 2Q um +14.00% und im 3Q um +15.00% höher ausfallen als im Vorjahr. Die erwartete Gewinnsteigerung für das Gesamtjahr 2026 beträgt +16.00%.
Daniel Beck, Mitglied der Geschäftsleitung
Quellen: EuropäischeKommission, Eurostat, LGT Bank AG
Stand: 23.06.2026
Die Wachstumsaussichten für die Wirtschaft bleiben gut und die Gewinnausweise überzeugen. Die zunehmenden Investitionsgüterausgaben der Unternehmen zeugen von Zuversicht. Die erhöhten Inflationsraten und die zu erwartende restriktivere Geldpolitik der Notenbanken sorgen derweil für Gegenwind. Zudem sind die geopolitischen Risiken rund um das USA – Iran Abkommen bis zu einer definitiven Einigung weiterhin präsent. Die vermehrte Adaption von KI in den Unternehmensabläufen wird sich weiter positiv auf das Gewinnwachstum der Unternehmen auswirken.
Der Flash S&P Global US Composite PMI (Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor und das verarbeitende Gewerbe) ist nach vorläufigen Berechnungen im Juni 2026 gegenüber dem Vormonat um 0.7 Punkte auf 52.2 Punkte gestiegen. Damit signalisiert dieser um 6 Monate vorlaufende Indikator gegenüber den Vormonaten wieder ein stärkeres Wirtschaftswachstum. Durch das (vorläufige) Abkommen zwischen den USA und Iran zur Beendigung des Kriegs wird sich der Gütertransport durch die Strasse von Hormuz in den nächsten Wochen normalisieren, was die diesbezüglichen Unsicherheiten (Versorgung und Inflation) verringert. Der IWF erwartet gemäss seiner April 2026 Prognose für die US-Wirtschaft ein Wachstum von 2.30% für 2026 und 2.10% für 2027.
Im Mai wurden ausserhalb der Landwirtschaft 172'000 Arbeitsstellen geschaffen, was auf einen resilienten Arbeitsmarkt hindeutet. Die Arbeitslosigkeit blieb gegenüber dem Vormonat mit relativ tiefen 4.30% unverändert.
An seiner Sitzung vom 16. -17. Juni 2026 hielt das Fed trotz steigendem Inflationsdruck am Leitzins (Fed Fund Rate) von 3.50-3.75% fest. Der Entscheid fiel einstimmig aus. Unter dem neuen Fed Vorsitzenden Kevin Warsh ist künftig eine zurückhaltendere Kommunikation (Forward Guidance, wie zum Beispiel die Dot Plot Prognosen über die Zinserwartungen der Sitzungsteilnehmer) zu erwarten. Der Markt geht mittlerweile von keiner Senkung, sondern von einer Erhöhung des Leitzinses bis Ende Jahr um 0.25% aus. Die US-Inflation ist im Mai auf 4.20% gestiegen (+0.40% gegenüber Vormonat) und die Kerninflation (ohne Energie- und Lebensmittelpreise) auf 2.90% (+0.10%).
Auch für das 1. Quartal 2026 übertrafen die Gewinnausweise der S&P 500 Unternehmen mit einer Steigerung von beeindruckenden 28.00% im Jahresvergleich die Prognosen klar. Auch für die Gewinnausweise für das 2. Quartal 2026 liegen die Erwartungen mit einem Zuwachs von 22.00 % weit über dem historischen Durchschnitt. Die derzeitige Aktienmarktbewertung wird also durch ein solides Gewinnwachstum gestützt. Bei einem Kurs-/Gewinnverhältnis des S&P 500 von 20.4 (auf Basis der Gewinnschätzungen der Analysten für die nächsten 12 Monate) ist die Markbewertung in den letzten Monaten gesunken, bleibt aber noch über dem 5-Jahresdurchschnitt von 20.1 bzw. über dem 10-Jahresdurchschnitt von 18.9.
GDP 2026 (IWF): +2.30%
Inflation 2026 (IWF): +3.20%
Fed Fund Rate: +3.50-3.75%
Quellen: Trading Economics, FuW, US Bureau of Labor Statistics, Statista, IWF, FMOC
Stand: 24.06.2026
Da die Zentralbank die Zinsen voraussichtlich unverändert niedrig halten wird und Peking gezielte fiskalische Stützungsmassnahmen für staatliche Infrastrukturprojekte ergreift, empfiehlt sich für das Portfolio eine Untergewichtung klassischer China-Konsumwerte bei einer gleichzeitigen, Übergewichtung von Technologieführern aus den Bereichen Technology, Green-Tech und Automatisierung.
Die chinesische Wirtschaft zeigt Mitte 2026 eine deutliche Divergenz, bei der das reale Wirtschaftswachstum eine strukturelle Verlangsamung erfährt. Nach einem Wert von rund 5.00% im Vorjahr prognostizieren internationale Institutionen für das Gesamtjahr ein BIP-Wachstum von 4.40% bis 4.80%. Damit verbleibt das Land knapp am unteren Ende des offiziellen Regierungsziels. Eine signifikante Ungleichentwicklung zeigt sich bei den Preisen: Der Erzeugerpreisindex stieg aufgrund von kriegs- und lieferkettenbedingten Faktoren auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Die Konsumentenpreise blieben mit 1.20% hingegen unverändert. Die Liquidität im chinesischen Wirtschaftssystem ist hoch und die Devisenreserven erreichten ein Mehrjahreshoch von 3.44 Billionen US-Dollar. Dennoch beeinträchtigt der eingeschränkte Spielraum für Preisüberwälzung im Binnenmarkt die Margen des klassischen Handels erheblich. Der exportorientierte High-Tech-Sektor und die Industrieproduktion florieren trotz westlicher Zölle und können den Druck durch Rekordexporte in den Globalen Süden auffangen. Der inländische Konsum hingegen verharrt in einer tiefen Krise.
Die wesentlichen Herausforderungen resultieren aus der anhaltenden Schwäche des chinesischen Konsumgüter- und Immobiliensektors. Die verunsicherte Mittelschicht alloziert ihr Kapital verstärkt in defensive Ersparnisse statt in Konsum, was durch das stark verlangsamte Umsatzwachstum beim repräsentativen "618-Shopping-Festival" verdeutlicht wird. Im Gegensatz dazu erweist sich das fortschrittliche verarbeitende Gewerbe bei Schlüsseltechnologien wie Windturbinen, Industrierobotern und E-Mobilität als hochgradig widerstandsfähig und verbucht globale Rekord-Handelsüberschüsse.
IMF Prognosen
BIP 2026 4.50%
Inflation 2026 1.20%
Shibor 1.43%
Stand: 24.06.2026
Gold bleibt ein wichtiger Stabilitätsanker in einem von Unsicherheiten geprägten Marktumfeld. Geopolitische Spannungen und die anhaltend hohe Nachfrage der Zentralbanken stützen den langfristigen Investmentcase, während mögliche Inflationsimpulse und verzögerte Zinssenkungen kurzfristig für Gegenwind sorgen können. Nach der starken Entwicklung der vergangenen Monate hat die Volatilität zugenommen, wodurch grössere Preisschwankungen wahrscheinlicher werden. Insgesamt bleibt der langfristige Ausblick konstruktiv, auch wenn Anleger kurzfristig mit einem anspruchsvolleren Marktumfeld rechnen müssen.
Gold bewegt sich weiterhin auf einem erhöhten Niveau, zeigt aktuell jedoch eine deutlich gestiegene Volatilität. Auslöser hierfür ist insbesondere die Eskalation im Nahen Osten, die kurzfristig zu stärkeren Preisschwankungen nach unten geführt hat.
Gleichzeitig ergibt sich ein komplexeres makroökonomisches Umfeld: Der Konflikt erhöht das Risiko steigender Energiepreise und damit eines erneuten Inflationsdrucks. Dies könnten die Spielräume der Zentralbanken für weitere Zinssenkungen begrenzen oder verzögern, was grundsätzlich belastend für Gold wäre. Damit steht das Edelmetall aktuell in einem Spannungsfeld zwischen geopolitischer Unterstützung und potenziell höheren Realzinsen.
Die strukturelle Nachfrage bleibt jedoch intakt. Zentralbanken kaufen weiterhin Gold zur Diversifikation ihrer Reserven, und in Phasen erhöhter Unsicherheit steigt die Nachfrage nach sicheren Anlagen zusätzlich an. Das Angebot reagiert hingegen nur begrenzt, was Preisbewegungen verstärken kann.
Insgesamt ist die Marktpositionierung dynamischer geworden, ohne bereits überhitzt zu sein, wodurch zusätzliche Bewegungen in beide Richtungen möglich bleiben.
Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner
Quellen: Degussa, Reuters und Financial Times.
Stand: 22.06.2025
Japan bleibt für uns ein attraktiver Diversifikationsbaustein innerhalb eines globalen Aktienportfolios. Die Kombination aus Unternehmensreformen, attraktiven Bewertungen, technologischer Stärke und einer zunehmenden geopolitischen Bedeutung spricht weiterhin für eine strategische Allokation in japanischen Aktien.
Der japanische Aktienmarkt gehört auch 2026 weiterhin zu den interessantesten Regionen für langfristig orientierte Investoren. Nach Jahrzehnten schwachen Wachstums hat sich die Unternehmenslandschaft nachhaltig verändert. Die Unternehmen fokussieren sich stärker auf Profitabilität, Kapitalrenditen und Aktionärsfreundlichkeit. Aktienrückkäufe, Dividendenerhöhungen und eine effizientere Kapitalallokation sind inzwischen fester Bestandteil vieler Unternehmensstrategien.
Unterstützt wird diese Entwicklung durch die weiterhin moderate Inflation in Japan. Nach Jahren der Deflation gelingt es den Unternehmen zunehmend, Preissteigerungen an ihre Kunden weiterzugeben. Gleichzeitig steigen die Löhne, was den privaten Konsum stützt und die Binnenwirtschaft belebt.
Ein weiterer wichtiger Treiber bleibt die geopolitische Neuordnung der Weltwirtschaft. Viele internationale Unternehmen diversifizieren ihre Lieferketten und suchen Alternativen zu China. Japan profitiert von dieser Entwicklung als technologisch führender und politisch stabiler Standort. Besonders in den Bereichen Halbleiter, Automatisierung, Robotik und industrielle Präzisionstechnologie verfügen japanische Unternehmen über weltweit führende Marktpositionen.
Auch die Bewertungen erscheinen weiterhin attraktiv. Während viele US-Technologiewerte auf hohen Bewertungsniveaus handeln, notieren zahlreiche japanische Qualitätsunternehmen trotz guter Bilanzqualität und solider Wachstumsaussichten weiterhin mit Abschlägen gegenüber ihren internationalen Wettbewerbern.
Risiken bestehen vor allem in einer stärkeren Aufwertung des Yen, einer globalen Wachstumsabschwächung oder einer deutlicheren Straffung der Geldpolitik durch die japanische Zentralbank. Insgesamt überwiegen aus unserer Sicht jedoch weiterhin die strukturellen Chancen.
Erwartetes BIP 2026 0.60%
Erwartete Inflation 2026 2.10%
Japanischer Leitzins 0.64%
Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner
Quellen: OECD, Bank of Japan und IWF
Stand:22.06.2026
Japan bleibt für uns ein attraktiver Diversifikationsbaustein innerhalb eines globalen Aktienportfolios. Die Kombination aus Unternehmensreformen, attraktiven Bewertungen, technologischer Stärke und einer zunehmenden geopolitischen Bedeutung spricht weiterhin für eine strategische Allokation in japanischen Aktien.
Der japanische Aktienmarkt gehört auch 2026 weiterhin zu den interessantesten Regionen für langfristig orientierte Investoren. Nach Jahrzehnten schwachen Wachstums hat sich die Unternehmenslandschaft nachhaltig verändert. Die Unternehmen fokussieren sich stärker auf Profitabilität, Kapitalrenditen und Aktionärsfreundlichkeit. Aktienrückkäufe, Dividendenerhöhungen und eine effizientere Kapitalallokation sind inzwischen fester Bestandteil vieler Unternehmensstrategien.
Unterstützt wird diese Entwicklung durch die weiterhin moderate Inflation in Japan. Nach Jahren der Deflation gelingt es den Unternehmen zunehmend, Preissteigerungen an ihre Kunden weiterzugeben. Gleichzeitig steigen die Löhne, was den privaten Konsum stützt und die Binnenwirtschaft belebt.
Ein weiterer wichtiger Treiber bleibt die geopolitische Neuordnung der Weltwirtschaft. Viele internationale Unternehmen diversifizieren ihre Lieferketten und suchen Alternativen zu China. Japan profitiert von dieser Entwicklung als technologisch führender und politisch stabiler Standort. Besonders in den Bereichen Halbleiter, Automatisierung, Robotik und industrielle Präzisionstechnologie verfügen japanische Unternehmen über weltweit führende Marktpositionen.
Auch die Bewertungen erscheinen weiterhin attraktiv. Während viele US-Technologiewerte auf hohen Bewertungsniveaus handeln, notieren zahlreiche japanische Qualitätsunternehmen trotz guter Bilanzqualität und solider Wachstumsaussichten weiterhin mit Abschlägen gegenüber ihren internationalen Wettbewerbern.
Risiken bestehen vor allem in einer stärkeren Aufwertung des Yen, einer globalen Wachstumsabschwächung oder einer deutlicheren Straffung der Geldpolitik durch die japanische Zentralbank. Insgesamt überwiegen aus unserer Sicht jedoch weiterhin die strukturellen Chancen.
Erwartetes BIP 2026 0.60%
Erwartete Inflation 2026 2.10%
Japanischer Leitzins 0.64%
Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner
Quellen: OECD, Bank of Japan und IWF
Stand:22.06.2026
Das Aktienumfeld bleibt positiv, aber nicht aus den Gründen, die man sich in einer idealen Welt wünschen würde. Nicht fallende Zinsen tragen die Märkte, sondern robustes Gewinnwachstum — und dieses konzentriert sich weiterhin vor allem auf die USA sowie auf jene Marktsegmente, die direkt oder indirekt vom Ausbau der KI Infrastruktur profitieren. Die gute Nachricht lautet also: Die Hausse steht fundamental nicht auf ganz dünnem Eis. Die weniger romantische Nachricht: Sie steht eben auch nicht auf billigem Geld, sondern auf der Pflicht, weiterhin Gewinne zu liefern.
Das Aktienumfeld bleibt positiv, aber nicht aus den Gründen, die man sich in einer idealen Welt wünschen würde. Nicht fallende Zinsen tragen die Märkte, sondern robustes Gewinnwachstum — und dieses konzentriert sich weiterhin vor allem auf die USA sowie auf jene Marktsegmente, die direkt oder indirekt vom Ausbau der KI Infrastruktur profitieren. Die gute Nachricht lautet also: Die Hausse steht fundamental nicht auf ganz dünnem Eis. Die weniger romantische Nachricht: Sie steht eben auch nicht auf billigem Geld, sondern auf der Pflicht, weiterhin Gewinne zu liefern.
Gerade BlackRock und Citi akzentuieren diesen Punkt besonders deutlich. Der Markt verarbeitet derzeit den Zielkonflikt zwischen höherem Zinsniveau und starkem Gewinnwachstum. Solange die Gewinnentwicklung stark genug bleibt, kann sie den Bewertungsdruck aus höheren Zinsen kompensieren. Genau das war bislang vor allem im US Technologiesektor zu beobachten. Dort ist die Gewinnentwicklung so dynamisch, dass selbst ein restriktiverer Zinsausblick nicht ausgereicht hat, um das Fundament der Kursentwicklung zu zerstören. Anders gesagt: Tech ist teuer, aber bislang wenigstens aus einem anspruchsvollen und nicht aus einem komplett absurden Grund.
Auch UBS und Deutsche Bank kommen im Kern zum selben Schluss, wenn auch mit etwas anderer Akzentsetzung. UBS betont die anhaltend starke Gewinnentwicklung in den USA und die strukturelle Unterstützung durch den AI Capex Zyklus. Deutsche Bank bleibt für Aktien ebenfalls konstruktiv, verweist aber stärker auf die Nebenwirkungen des Umfelds: höhere Energiepreise, geopolitische Unsicherheit und ein Inflationsbild, das den Zentralbanken wenig Raum für einen wirklich komfortablen Lockerungspfad lässt. Das ist kein Widerspruch, sondern eher eine nüchterne Arbeitsteilung: Die einen erklären, warum der Markt steigt, die anderen erinnern daran, warum das trotzdem unerquicklich bleiben kann.
Regional bleibt der Overweight in den USA der überzeugendste Call. Der US-Markt vereint weiterhin das stärkste Gewinnmomentum, die höchste Visibilität im Bereich KI Investitionen und die tiefste Kapitalmarktbreite für strukturelle Gewinner. Citi hat das Kursziel für den S&P 500 auf 8.100 Punkte erhöht, und auch andere Häuser bleiben aufgrund der Gewinnentwicklung positiv. Das heisst nicht, dass die Bewertungen harmlos wären. Aber der Markt derzeit bereit ist, hohe Bewertungen zu tolerieren, solange die Gewinne schnell genug steigen. Für viele Anleger ist das keine ideale Begründung, aber an der Börse muss man bekanntlich nicht mögen, was funktioniert.
Ebenfalls übergewichtet bleiben Emerging Markets, insbesondere dort, wo Bewertung, Konjunkturdynamik und AI Hardware Exponierung zusammenkommen. Vor allem asiatische Märkte profitieren davon, dass sie essenzielle Teile der globalen KI Lieferkette stellen. Gleichzeitig bieten sie im Vergleich zu den USA häufig eine günstigere Bewertung. Das macht Emerging Markets zum interessanten Komplement zur US Lastigkeit eines Portfolios: weniger teuer, aber keineswegs themenfern.
Neutral bleibt die Einschätzung für Japan. Fundamentalseitig sieht der Markt ordentlich aus, vor allem wegen Technologie, Exportqualität und Banken. Gleichzeitig ist Japan geldpolitisch nicht mehr ganz so bequem wie in den Vorjahren. Der Rückenwind aus ultralockerer Geldpolitik nimmt graduell ab, und genau deshalb ist Japan eher ein solider Portfoliobaustein als der naheliegendste Performancehebel. Für die Schweiz bietet sich ebenfalls eine neutrale bis leicht positive Einordnung an. Schweizer Aktien bleiben qualitativ hochwertig, defensiv stabil und in einem volatilen globalen Umfeld als Portfoliostabilisator nützlich. Sie sind allerdings derzeit eher eine Antwort auf die Frage nach Robustheit als auf die Frage nach maximaler Performance. Das ist nicht besonders aufregend, aber bekanntlich ist die Mehrzahl der wirklich brauchbaren Portfoliobausteine selten aufregend.
Untergewichtet bleibt Europa ex Schweiz, ebenso in relativer Betrachtung das UK. Der Grund dafür ist weniger ein grundsätzlich negativer Blick auf europäische Aktien als vielmehr die schwächere Kombination aus Gewinnmomentum, Konjunkturdynamik und strukturellem Wachstum. Europa ist günstiger bewertet, und genau deshalb wird immer wieder versucht, daraus automatisch eine stärkere Anlageempfehlung abzuleiten. Leider haben günstige Bewertungen allein noch nie zuverlässig dafür gesorgt, dass Unternehmen schneller wachsen. Europa bleibt damit ein Markt für Selektion, nicht für heroisches Beta.
Sektoral bleibt Technologie beziehungsweise AI Infrastruktur der wichtigste Overweight. Dazu gehören vor allem Halbleiter, Hardware, Rechenzentrumsinfrastruktur, Strom- und Netzthemen sowie ausgewählte grosse Plattformunternehmen. Die These ist einfach: Der Ausbau der KI Infrastruktur ist kein kurzfristiger Hype ohne Kapitalbedarf, sondern ein realer Investitionszyklus mit realen Gewinnern. Genau deshalb bleibt der Sektor fundamental führend. Zugleich ist das auch der Bereich, in dem die Positionierung am dichtesten ist. Mit anderen Worten: strukturell richtig zu liegen schützt nicht vor taktischen Schmerzen. Wer hier investiert ist, sollte daher Recht behalten wollen, aber nicht auf einen geraden Linienverlauf hoffen.
Ein zweiter Overweight gilt Qualitäts Financials, insbesondere ausgewählten Banken. Das höhere Zinsniveau, robuste Bilanzen und ordentliche Ertragsstrukturen sprechen weiterhin für Teile des Finanzsektors. Anders als in früheren Zyklen wirkt der Sektor diesmal nicht wie ein bloßer Hebel auf Konjunkturhoffnung, sondern in vielen Fällen wie ein realer Gewinner eines länger erhöhten Zinsumfelds. Das macht Banken nicht automatisch glamourös, aber Glamour war als Anlagestil ohnehin selten belastbar.
Ein dritter Overweight gilt Healthcare Equipment und anderen Qualitätsdefensiven. Hier sprechen attraktive Bewertungen, solide Fundamentaldaten und eine geringere Abhängigkeit vom tagesaktuellen Makrotheater für eine stärkere Gewichtung. Gerade im Vergleich zu sehr teuren Wachstumssegmenten bieten solche Bereiche ein nützliches Gegengewicht im Portfolio. Sie sind gewissermaßen die Erinnerung daran, dass auch an der Börse nicht jede gute Idee mit Halbleitern enden muss.
Auf der Untergewichtsseite bleiben breite europäische Zykliker wenig attraktiv. Höhere Energiepreise, begrenztere Margenspielräume und die schwächere wirtschaftliche Dynamik setzen diese Segmente stärker unter Druck als ihre Pendants in den USA oder in ausgewählten Emerging Markets. Wer Europa spielen will, sollte deshalb eher selektiv vorgehen als flächig. Ebenfalls untergewichtet bleiben energieabhängige Konsumsegmente. In einem Umfeld, in dem reale Kaufkraft, Inputkosten und Finanzierungskonditionen gleichzeitig unter Druck stehen können, ist die Asymmetrie dort wenig verlockend. Es gibt angenehmere Stellen im Markt, um Zyklenrisiko zu kaufen.
Taktisch verdient auch ein Teil der überfüllten Tech Segmente ein relatives Underweight, obwohl der strukturelle Langfrist Case positiv bleibt. Das ist kein fundamentaler Gegenaufruf, sondern eine Frage der Markttechnik. Wenn alle dasselbe Gute gleichzeitig besitzen, wird nicht das Fundament falsch — aber das Chance Risiko Verhältnis wird deutlich weniger freundlich. Der Markt hat die unangenehme Eigenschaft, gute Nachrichten erst dann wirklich zu lieben, wenn sie längst eingepreist sind.
Stärkstes Gewinnmomentum, hohe Visibilität im KI‑Investitionszyklus,breite Kapitalmarktführerschaft
Attraktive Bewertung, gute Makrodynamik, starke AI‑Hardware‑Exponierung
Defensiver Qualitätsanker, stabilisierende Portfoliofunktion
Gute Fundamentaldaten, aber weniger geldpolitischer Rückenwind
Schwächeres Gewinn- und Konjunkturmomentum, geringere strukturelleDynamik
Relativ schwaches regionales Profil im Vergleich zu USA und EM
Struktureller Gewinner des globalen KI‑Capex‑Zyklus
Robuste Gewinne, Zinsumfeld stützt Margen und Ertragskraft
Attraktive Bewertung, stabile Fundamentaldaten
Höhere Energieabhängigkeit, schwächere Margendynamik
Verletzlicher gegenüber Kosten- und Nachfragebelastung
Überkauft und stark positioniert, trotz positivem Langfristbild
Source: MarketMap, Chefinvest, UBS, WisdomTree, Citi Wealth, Deutsche Bank
Stand:23.06.2026
Die Anleihenmärkte befinden sich weiterhin in einem attraktiven Umfeld. Während die Europäische Zentralbank ihren Zinssenkungszyklus fortsetzt, verfolgt die US-Notenbank aufgrund der robusten Wirtschaft und anhaltender Inflationsrisiken einen vorsichtigeren Kurs. Dadurch bleiben die Renditen insbesondere in den USA auf einem attraktiven Niveau.
Die Entwicklung der Staatsanleihen wird weiterhin massgeblich von der Geldpolitik der großen Zentralbanken bestimmt. Nachdem die Märkte über weite Strecken des Jahres mit weiteren Zinssenkungen gerechnet hatten, hat die Europäische Zentralbank zuletzt einen restriktiveren Kurs eingeschlagen und die Leitzinsen erneut angehoben. Hintergrund sind anhaltende Inflationsrisiken sowie die Sorge, dass sich der Preisauftrieb als hartnäckiger erweisen könnte als ursprünglich erwartet. Die US-Notenbank hingegen hat die Leitzinsen unverändert belassen und verfolgt weiterhin einen datenabhängigen Ansatz.
Für Staatsanleihen ergibt sich daraus ein gemischtes Bild. Das höhere Zinsniveau sorgt weiterhin für attraktive laufende Renditen, gleichzeitig begrenzen steigende Zinsen das Kurspotenzial insbesondere bei langlaufenden Anleihen.US-Treasuries bieten nach wie vor interessante Realrenditen und erfüllen ihre Rolle als Diversifikator in Phasen erhöhter Marktunsicherheit. In Europaprofitieren insbesondere Staatsanleihen von Ländern mit hoher Bonität von ihrer Funktion als sicherer Hafen, während Anleihen der Peripherieländer weiterhin Renditevorteile bieten, jedoch stärker von politischen und fiskalischen Entwicklungen abhängig bleiben.
Insgesamt bleiben Staatsanleihen ein wichtiger Baustein für die Stabilisierung von Portfolios. Die deutlich höheren Renditen gegenüber den vergangenen Jahren bieten Anlegern wieder attraktive Ertragschancen, auch wenn das Umfeld aufgrund der Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs herausfordernd bleibt.
Investment-Grade-Anleihen zeigen sich weiterhin widerstandsfähig. Die meisten Emittenten verfügen über solide Bilanzen, stabile Cashflows und einen guten Zugang zu den Kapitalmärkten. Trotz des höheren Zinsniveaus bleibt das Refinanzierungsrisiko überschaubar. Die Kreditaufschläge bewegen sich weiterhin auf historisch tiefen Niveaus und spiegeln die insgesamt robuste Verfassung der Unternehmen wider. Zwar begrenzt dies das zusätzliche Kurspotenzial, gleichzeitig bieten die aktuellen Renditeniveaus weiterhin einen attraktiven laufenden Ertrag. Besonders europäische Investment-Grade-Anleihen stellen aus unserer Sicht eine interessante Kombination aus Stabilität und Rendite dar und bleiben ein wichtiger Baustein für den defensiven Portfolioanteil.
Das High-Yield-Segment bietet nach wie vor attraktive Renditen, allerdings bei zunehmend begrenzter Risikoprämie. Die Kreditaufschläge sind historisch betrachtet eng und lassen nur wenig Raum für Enttäuschungen. Während Emittenten mit guter Bonität im BB-Bereich weiterhin solide Fundamentaldaten aufweisen, steigt der Druck auf schwächere Schuldner mit höherem Verschuldungsgrad. Die Ausfallraten dürften in den kommenden Quartalen moderat ansteigen, bleiben jedoch voraussichtlich unter den langfristigen Durchschnittswerten. Entsprechend bevorzugen wir weiterhin qualitativ hochwertige High-Yield-Emittenten und sehen das Segment vor allem als selektive Ergänzung innerhalb eines breit diversifizierten Anleihenportfolios.
Emerging-Market-Anleihen profitieren grundsätzlich von attraktiven Renditeniveaus und in vielen Ländern bereits fortgeschrittenen Zinssenkungszyklen. Gleichzeitig haben geopolitische Spannungen, ein stärkerer US-Dollar sowie politische Unsicherheiten in einzelnen Regionen die Risikowahrnehmung zuletzt erhöht. Die Renditeaufschläge erscheinen zwar auf den ersten Blick interessant, entschädigen aus unserer Sicht derzeit jedoch nicht ausreichend für die zusätzlichen politischen, währungs- und liquiditätsbezogenen Risiken. Wir bleiben daher bei Emerging-Market-Anleihen zurückhaltend und bevorzugen aktuell höherwertige Anleihensegmente in denI ndustrieländern.
Fazit: Die Anleihenmärkte befinden sich weiterhin in einem attraktiven Umfeld. Während die Europäische Zentralbank ihren Zinssenkungszyklus fortsetzt, verfolgt die US-Notenbank aufgrund der robusten Wirtschaft und anhaltender Inflationsrisiken einen vorsichtigeren Kurs. Dadurch bleiben die Renditen insbesondere in den USA auf einem attraktiven Niveau.
Staatsanleihen und Investment-Grade-Anleihen bieten aus unserer Sicht derzeit das überzeugendste Verhältnis von Risiko und Ertrag. Sie ermöglichen attraktive laufende Renditen und erfüllen gleichzeitig wieder ihre traditionelle Rolle als Stabilitätsanker und Diversifikator im Portfolio. Im High-Yield-Bereich bleiben wir aufgrund der engen Kreditaufschläge selektiv und bevorzugen qualitativhochwertige Emittenten. Emerging-Market-Anleihen erscheinen dagegen aktuell weniger attraktiv, da die zusätzlichen Renditen die politischen, währungs- und liquiditätsbezogenen Risiken nur unzureichend kompensieren.
Insgesamt bleiben wir für das Anleihensegment konstruktiv. Nach vielen Jahren niedriger Zinsen können Anleihen wieder einen wesentlichen Beitrag zur Portfoliorenditeleisten und gleichzeitig die Stabilität in einem von geopolitischen Unsicherheiten und konjunkturellen Risiken geprägten Marktumfeld erhöhen.
Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner
Quellen: MarketMap, Bloomberg und DWS
Stand:22.06.2026
Die grossen Währungspaare werden weiterhin von Zinsdifferenzen, Wachstumsaussichten und geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Während der US-Dollar von der robusten US-Wirtschaft und dem anhaltenden Zinsvorteil profitiert, bleibt der Schweizer Franken als sicherer Hafen gefragt. Der Euro zeigt zwar erste Stabilisierungstendenzen, benötigt für eine nachhaltige Aufwertung jedoch eine deutlichere wirtschaftliche Belebung in Europa. Insgesamt sprechen die aktuellen Rahmenbedingungen für einen strukturell starken US-Dollar und Franken, wobei erhöhte Schwankungen an den Devisenmärkten weiterhin zu erwarten sind.
Der Euro konnte sich gegenüber dem US-Dollar zuletzt nur begrenzt erholen. Während die europäische Konjunktur erste Stabilisierungstendenzen zeigt, profitiert der US-Dollar weiterhin von der vergleichsweise robusten US-Wirtschaft und den höheren Zinsen in den USA. Die US-Notenbank signalisiert zudem eine vorsichtige Haltung bei weiteren Zinssenkungen, was den Zinsvorteil des Dollars gegenüber dem Euro vorerst aufrechterhält.
Für Anleger bleibt der Dollar damit trotz seiner hohen Bewertung attraktiv. Gleichzeitig könnte eine Abschwächung des US-Wachstums oder eine lockerere Geldpolitik der Fed im weiteren Jahresverlauf zu einer graduellen Dollar-Schwäche führen.
Fazit (12 Monate): Der Dollar dürfte strukturell unterstützt bleiben; eine nachhaltige Euro-Stärke ist erst bei klarer Wachstumsbelebung in Europa zu erwarten – insgesamt leicht USD-positiver Bias mit erhöhter Volatilität.
Der Schweizer Franken behauptet seine Rolle als klassische Fluchtwährung. Unsicherheiten im Zusammenhang mit geopolitischen Konflikten sowie die weiterhin solide wirtschaftliche und fiskalische Situation der Schweiz stützen den Franken gegenüber dem Euro.
Gleichzeitig hat die Schweizerische Nationalbank ihren Zinssenkungszyklus abgeschlossen. Dadurch nimmt der Druck auf den Franken von der Zinsseite ab. Der Euro bleibt zwar gegenüber dem Franken relativ stabil, grössere Aufwertungspotenziale sind derzeit jedoch begrenzt.
Fazit (12 Monate): Der Franken bleibt strukturell stark; EUR/CHF dürfte in einer engen Bandbreite verharren mit klaren Aufwertungsphasen des CHF in Stresssituationen.
Beim Währungspaar USD/CHF treffen zwei der der zeitgefragtesten Währungen aufeinander. Einerseits profitiert der US-Dollar von höheren Renditen und der Stärke der US-Wirtschaft, andererseits bleibt der Schweizer Franken aufgrund seiner Safe-Haven-Eigenschaften gefragt.
Entsprechend bewegt sich das Währungspaar in einem Spannungsfeld zwischen Zinsdifferenzen und Risikoaversion. Kurzfristig sprechen die höheren US-Zinsen für den Dollar, während mittel- bis langfristig die strukturelle Stärke des Frankens wieder stärker in den Vordergrund treten dürfte.
Fazit (12 Monate): Leicht USD-positiver Grundtrend durch Zinsdifferenz, jedoch mit wiederkehrenden CHF-Stärkephasen – insgesamt ein volatiles Seitwärtsbild mit leichtem USD-Vorteil.
Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner
Quellen: MarketMap und Bloomberg
Stand:22.06.2026
Wir erwarten eine langsame Entspannung der Ölversorgung und infolgedessen einen WTI-Ölpreis mit einer Bandbreite von 65 – 75 USD pro Fass.
Durch das (vorläufige) USA - Iran Abkommen zur Beendigung des Kriegs ist der WTI-Ölpreis stark auf 73 USD per Fass gefallen. Gerade rechtzeitig für die sommerferienbedingte Driving Season in den USA.
Damit der Ölpreis allerdings auf das Vorkriegsniveau von 60 – 65 USD pro Fass sinken kann, braucht es eine Normalisierung des Schiffstransportes durch die Strasse von Hormuz, was 2 bis 3 Monate dauern dürfte.
Die im Rahmen des USA - IRAN Abkommen 60-tätige vorgesehene Aufhebung der US-Sanktionen auf Öllieferungen aus Iran, wird das Angebot zusätzlich weiter erhöhen und potentiellen Engpässen entgegenwirken.
Die geopolitischen Risiken rund um das (vorläufige) USA – Iran Abkommen - und somit die ausreichende Ölversorgung der Weltwirtschaft - sind aber bis zu einer definitiven Einigung weiterhin präsent.
Quellen: OPEC, FuW, MarketMap, International Energy Agency (IEA)
Stand: 24.06.2026