




























«Pfister (Bäcker) und Mueller»
Bäcker in schlichter, weisser Arbeitskleidung (18. Jahrhundert), auf dem die Spuren von Mehl nicht zu sehen sind. Vom Backofenwagen werden am Umzug rund 10'000 Semmeli in die Zuschauermenge geworfen.

Mit der Stadterweiterung von 1893 wurde auch die Gemeinde Enge trotz ablehnender Mehrheit der Stadt Zürich einverleibt. Die Zunft der Engemer, wurde im Februar 1897 im Hotel «Rigi» (ehemals «Seehof») von 48 alteingesessenen Bürgern gegründet. Einen Monat später wurde die Zunft vom ZZZ in den Kreis der Zünfte aufgenommen.
Der Hauptharst der Zünfter bildet eine Gruppe von hablichen Engemern im Kostüm des zweiten Rokoko (1850 bis 1890); also kurz vor der Zunftgründung 1897. Eine zweite Gruppe stellt Seekadetten der Schiffskompanie von 1805 dar. Damit erinnert die Zunft an die Zeit, als die Schiffsflotte auf dem Zürichsee noch eine militärische Rolle spielte und Zürcher gegen Schwyzer Schiffe kämpften.

Die Gemeinde Höngg ging am 1. Januar 1934 in der Stadt Zürich auf. Bestrebungen für eine Zunft Höngg regten sich schon 1933 und führten am 22. Januar 1934 zur Gründung und Organisation, Anerkennung durch das ZZZ und Teilnahme am Sechseläuten 1934.
Die Höngger Zünfter kleiden sich in der Sonntagstracht von Jakob Gujer, genannt Kleinjogg, dem berühmten Musterbauern (u.a. Erfinder des Düngens) in der Katzenrüti. Das Zunftspiel trägt ein Küfergewand.

Die erstmals 1376 erwähnte «obere Strass» (heute: Culmannstrasse) führte vom Neumarkttor nordwärts nach Winterthur. Sie gab der bis 1893 selbstständigen Gemeinde den Namen. In Oberstrass, zwischen Peterstobel und Spitalerbach, befand sich am Ende des äusseren Letzigrabens bis zu dessen Zerstörung 1444 während des alten Zürichkrieges ein turmartiges Wachthaus, «Krattenturm» genannt.
Das von der Zunft zu Oberstrass dargestellte Sujet ordnet sich in die Mitte des 18. Jahrhunderts ein und teilt sich in zwei Gruppen auf: Zum einen die Reitergruppe und das Fussvolk in den leuchtend roten Uniformen des Schweizer Garderegiments in französischen Diensten (Musketiere und Pikeniere mit ihrer Regimentsfahne). Zum anderen der Untervogt mit den Geschworenen und seinem Gefolge in Bauernkleidern.

«Wynschencken, Wynrueffer, Wynzuegel (Fasszieher), Sattler, Maler (Flach- und Kunstmaler) und Underkäuffer»
Mitte des 18. Jahrhunderts: Der grosse Harst der Meisen-Zünfter tritt als Bürger auf. Der Zunftmeister und sein Stab geben eine Vorstellung davon, wie Bürgermeister und Rat mit weisser Halskrause und feierlich schwarzem Habit am Schwörsonntag ins Rathaus eingezogen sind. Die Reitergruppe präsentiert sich als Zürcher Dragoneroffiziere. Die Jungzünfter und die Kindergruppe tragen die Wehntalertracht.

Die Zunft Riesbach wurde im April 1887 in der damals noch selbstständigen Gemeinde Riesbach als «humoristische Gesellschaft» gegründet, um bei geeigneten Anlässen wie Fasnacht, Sechseläuten usw. Umzüge und Spiele zu veranstalten.
Die Zunft zeigt in ihren Wehntaler-Trachten das Rebwerk im Laufe des Jahres und den «Wümet».

«Metzier, und die Vich und Rinder uff dem Lande kouffend, und zu den Metzien trybent»
Die Zunft zum Widder präsentiert sich einheitlich gekleidet - unter beeindruckender Marschdisziplin- mit geschulterten Metzgerbeilen in ihrer Handwerkstracht (Ende 19. Jahrhundert). Mit Stolz werden auch die unter der Rubrik "Hintergrund" beschriebenen Ehrenzeichen Bär, Isengrind und Banner mitgeführt. Vom und um den Wagen mit dem Modell der Fleischhalle werden eigens für dieses Fest hergestellte Würste an die Zuschauer verteilt. Keine Reitergruppe.

«Schmidt, Swertfeger, Kannengießer, Gloggener, Spengeler, Sarwuerckel, Schaerer und Bader». Neben den «gewöhnlichen» Schmieden nahm die Zunft auch die Kupfer-, Degen-, Messer-, Büchsen-, Nagel- und Zeugschmiede auf. Dazu die Rot- und Kannengiesser, die Gloggner (Glockengiesser), Zinngieser, Uhrenmacher, Sporrer, Spengler, Feilenhauer, Schleifer, Scherer (Barbiere) und Bader. «Sarwürckel» stellten Panzerhemden und -hosen her.
Die Zünfter zeigen die Berufskleidung im 18. Jahrhundert: Ledernes Schurzfell, schwarze Zipfelmütze, das weisse Hemd mit nach innen hochgekrempelten Ärmeln (wegen der stiebenden Funken...), die schwarze Krawatte in der Mitte geknotet. Die Vertreter des «schwarzen Gartens» tragen dunkle Talare. Die Mädchen tragen die Zürcher Kirchentracht, welche in der ersten Hälfte, 18. Jahrhundert getragen wurde bzw. getragen werden musste (Sittenmandate).

In der Folge der ersten Eingemeindung von 1893 gründeten 1895 zehn unternehmungslustige Fluntermer die «Zunftgesellschaft Fluntern», welche 1897 als «Zunft Fluntern» in den Verband der Zünfte Zürichs aufgenommen wurde.
Die Zünfter zeigen verschiedene Sujets aus Fluntern und der Stadt Zürich aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts: Die Reitergruppe präsentiert sich als Standesreiter des Alten Zürich. Die Gruppe «Hochwacht» zeigt auf ihrem Wagen das besetzte Wachthäuschen, welches im alten Fluntern stand und Teil eines die Stadt umspannenden Alarmsystems war. Die Gruppe der «Fluntermer Grenadiere» und die Jungzünfter tragen die Uniform der Privatarmee des Fluntermer Leutnants Alexander Notz. Zur Erinnerung an das Augustinerkloster St. Martin führt die Zunft den Klosterwagen mit. Das Zunftspiel und eine weitere Kostümgruppe präsentieren sich als «Herrliberger Ausrufer», Handelsleute und Gewerbetreibende. Stadtbürger schliesslich zeigen, wie farbig sich die Herren in der Mitte des 18. Jahrhunderts kleideten.

«Wollenwaeber, Wollenschlager, Grätucher (Grautucher) und Hutter (Hutmacher). Lyniwaeber, Lynwadter (Leinwandhändler) und Bleycher (Bleicher)»
Der Hauptharst der Waag-Zünfter stellt Hutmacher zur Zeit des Biedermeiers dar (1815-1848). Die «Bleicher», dargestellt von den Jungzünftern, erkennt man an ihren roten Jacken, der senfgelben Hose und dem Dreispitz. Die Zunft zur Waag führt nebst dem Webstuhlwagen auch die «Gigampfi-Wasserstampfi», die allereinfälltigste Wasserschöpfvorrichtung, mit. Die Bleicher brauchten diese, um Wasser vom See in ihre Bleichen zu schöpfen. Keine Reitergruppe.

Die Anfänge der Zunft Hard gehen auf eine Initiative von Aussersihler Gewerbetreibenden zurück.
Die Zunft Hard trägt Kostüme aus der Zeit des Rokoko um 1750: Junker mit ihren Amazonen hoch zu Ross, würdevolle Ratsherren, Richter und Weibel, Professoren und Studenten am Carolinum, Bürger und Händler. Das Zunftspiel ist als «Angehörige der gemeinen bürgerlichen Ämter und Dienste» kostümiert; die Reitergruppe als vornehme Jagdgesellschaft.

“Krämer, und die nach Kram ir Kauffes farend” 1713 auf Apotheker (und Drogisten), Seckler (Bandagisten), Gürtler, Strehlmacher, Nadler, Posamenter (Seidenbandweber), Hutstaffierer, Federen-Schmücker, Bürstenbinder, Knopfmacher und Zuckerbecken.
Die Zünfter tragen Kostüme aus dem beginnenden 18. Jahrhundert, zum Teil die zivile Kleidung der damaligen Patrizier, und als Reitergruppe und Fahnenwache Uniformen aus jener Zeit. Die mit sogenannten Stockmörsern ausgerüsteten Mörserschützen tragen die Uniform der Zürcher Artilleristen nach 1700.

Um wahlberechtigt zu sein, musste bis zum Jahre 1866 jeder Stadtbürger oder niedergelassene Schweizerbürger, der Grund und Boden besass, einer Zunft angehören. Die Zünfte kannten daher zwei Arten von Mitgliedern: Die eigentlichen Gesellschaftsmitglieder (die wirklichen Zünfter) und die «politischen Zünfter», die bei «ihrer» Zunft - von der Stadtkanzlei zugeteilt - lediglich das Wahlrecht ausübten.
Mit ihren Biedermeier-Kostümen erinnert die Zunft an die Zeit ihrer Gründung (1867). Das Zunftspiel präsentiert sich in der Ordonnanz 1862 der Schützentruppe.

Wiedikon war ehemals eine «innere Vogtei», welcher zwei in der Stadt residierende Obervögte vorstanden. Sie wurde 1799 selbstständige Gemeinde und rund hundert Jahre später anlässlich der ersten Eingemeindungsrunde 1893 zu einem Quartier der Stadt Zürich.
Die Wiediker erinnern an den grossen mittelalterlichen Reichshof und den königlichen Besitz auf dem Gebiet ihrer früheren Gemeinde. Reiter und Zünfter präsentieren sich in den farbenfrohen Gewändern des ritterlichen Mittelalters Mitte/Ende des 13. Jahrhunderts.

«Gerwer (Gerber), Wyßlaederer (Weisslederer), Permendter (Pergamenter) und Schuhmacher»
Einfache Handwerkstracht aus dem 18. Jahrhundert: Die Gerber erkennt man an den blauen Westen und dem Lederschurz; die Schuhmacher sind mit einer gelben Weste gekleidet und tragen eine grüne Schürze. Keine Reitergruppe.

Die Gründung der Zunft zur Letzi war eine Folge der zweiten Eingemeindungswelle von 1934. Bereits im Juni 1934 fand im Gasthof «Löwen» in Altstetten mit 116 Mitbürgern die Gründungsversammlung statt. Die männliche Bevölkerung von Altstetten leistete der Stadt Zürich Kriegsdienst. Die Männer von Rieden am Albis (Albisrieden) wurden den Schuhmachern und diejenigen von Altstetten den Webern (Waag) zur Bewachung und Verteidigung der Stadt zugeteilt. «Letzi» war die Bezeichnung für Befestigungs- und Vorwerke der Stadt Zürich. Die Zunft wählte ihren Namen in Erinnerung an die Wälle und Gräben, die sich zum Schutze der Stadt durch die beiden Gemeinden hinzogen.
Wehrhafte Zürcher Bauern aus dem 14. und 15. Jahrhundert sowie Landsknechte in Uniformen der Renaissance (15. Jahrhundert), in den Schweizer Farben Rot und Weiss.

Bereits ein Jahr vor der zweiten Eingemeindung vom Januar 1934 wurde von zwei unterschiedlichen Gruppierungen aus den vier Glatttal-Gemeinden Oerlikon, Seebach, Affoltern und Schwamendigen die Gründung einer Quartierzunft diskutiert und vorangetrieben.
Da die Gegend um Oerlikon bis 1442 zur Grafschaft Kyburg gehörte, wählte die Zunft dieses entsprechende Sujet für das Sechseläuten. Für die Ausgestaltung der Kostüme war jedoch nicht das 15. Jahrhundert, sondern die so genannte «Brauchrechnung» massgebend, wie sie etwa um 1750 herum alljährlich im Herbst stattfand.

«Zymberluette, Muwrer (Maurer), Wagener, Trachsel (Drechsler), Holtzkaeuffer, Vaßbinder (Küfer) und Raebleute, die in unser Statt wohnhaft sind». In späteren Jahrhunderten bildeten zusätzlich die Schreiner, Steinmetzen, Hafner und Kübler (Hersteller von hölzernem Geschirr) eigene Sektionen der Zunft.
Die Zimmerleuten-Zünfter präsentieren sich in ihrer Handwerkstracht zur Zeit des Barocks (um 1650): Zimmerleute, Wallschläger (Bau und Unterhalt der Stadtbefestigung), Bauleute in Blau/Braun und Küfer in Grün/Rot und Rebleute. Eine der Gruppe trägt die Gewänder der Ratsherren (mit Halskrause) zu jener Zeit. Reitergruppe.

Im Gegensatz zu den Zünften zu den Drei Königen, Fluntern, Hottingen und zu Wiedikon erfolgte die Gründung der Zunft Wollishofen erst sieben Jahre nach der Eingemeindung. Grund für diese Verspätung war der energische Protest der Wollishofer gegen ihre Eingemeindung von 1893. Erst ein Bundesgerichtsentscheid verfügte definitiv die Zugehörigkeit Wollishofens zur Stadt Zürich.
Die Zünfter präsentieren sich in Bauerntrachten aus dem nahen Knonaueramt. Die Männer tragen die schwarzen Sonntagstrachen; die am Umzug teilnehmenden Frauen entweder die Knonauer Festtags-, Sonntags- oder Werktagstracht. Auch eine Bauernhochzeit mit dem Brautfuder als Mittelpunkt wird gezeigt.

«Tuchschaerer, Schnyder und Kuersener (Kürschner)».
Die Zünfter tragen den Biedermeierfrack mit Zylinder aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit grossen Scheren tauschen sie die Hüte der Zuschauer aus - wo solche überhaupt noch getragen werden. Die jungen Schneidergesellen - in ihren unübersehbaren Karo-Hosen - studieren jedes Jahr ein neues «Ballett» ein, welches sie während des Umzuges vor einem begeisterten Publikum aufführen.

«Des ersten, ritter, edellúte, burgere, die ir geltent gut hant, kouflùte, gewantsnider, wechseler, goltsmide und saltzlùte». Ursprünglich: Städtischer Adel, Ritter und Edelleute, Goldschmiede, Gross- und Salzhändler. Zusätzliche Gruppen ab 1490 bzw. 1713.
Adlige, Ritter und Ratsheeren im 14. Jahrhundert.

Die Zunft entstand im Gefolge der Stadtvereinigung von 1893 und wurde im April 1897 mit der imponierenden Zahl von 130 Mitgliedern gegründet und noch im gleichen Jahr in den Verband der Zünfte Zürichs aufgenommen.
Der Hauptharst vermittelt ein Stimmungsbild von der eleganten und fröhlichen Zeit des frühen Biedermeiers (um 1820). Mit der kostümierten Gruppe des «Fähnleins der sieben Aufrechten» gedenkt sie des viele Jahre in Hottingen wohnhaften und auch verstorbenen grossen Zürcher Dichters Gottfried Keller. Eine weitere Gruppe präsentiert sich als Sappeure und Artilleristen zu Fuss und Pferd, das Zunftspiel als Infanteristen und die Reiter als Zürcher Dragoner um 1818. Mit der mitgeführten Feldkanone werden Salutschüsse abgefeuert.

1971 wurde Schwamendingen als eigener Stadtkreis vom bisherigen Kreis 11 abgetrennt. Schon bald danach erwachten im Gewerbeverein Schwamendingen Bestrebungen, nun auch im neuen Stadtkreis 12 eine eigene Zunft zu gründen.
Die Zimmerleuten-Zünfter präsentieren sich in ihrer Handwerkstracht zur Zeit des Barocks (um 1650): Zimmerleute, Wallschläger (Bau und Unterhalt der Stadtbefestigung), Bauleute in Blau/Braun und Küfer in Grün/Rot und Rebleute. Eine der Gruppe trägt die Gewänder der Ratsherren (mit Halskrause) zu jener Zeit. Reitergruppe.

«Vischer (Fischer), Schiffluette, Karer, Seyler und Tregel»
Die Schiffleuten-Zünfter tragen die Schifferstracht des 18. Jahrhunderts. Keine Reitergruppe.

Als Hof des Alemannen Wito im 7. Jahrhundert besiedelt, ist Witikon seit 946 urkundlich erwähnt. 1358 wurde das Dorf an die Stadt verkauft und war dem Grossmünster kirchen- und zehntenpflichtig. 1798, nach dem Untergang des Alten Zürichs, wurde Witikon vorübergehend eine selbstständige Gemeinde. Die Zunft Witikon ist die jüngste Zunft Zürichs. Die Zunftgründung erfolgte knapp 50 Jahre nach der Eingemeindung (1934).
Der Auftritt der Zunft nimmt Bezug auf die Franzosenzeit (1798-1814). Die Kostüme und Uniformen sind im Empire-Stil gehalten. Grund dafür sind die beiden Schlachten von Zürich (Juni und September 1799), bei denen Witikon Schauplatz von Gefechten zwischen Russen und Österreichern einerseits und den Franzosen unter General Masséna andererseits war.

«Gartner, Oeler und alle Grempler»
Die Kämbelzünfter fallen durch ihre orientalischen Trachten auf. Die Beduinen-Kostümierung ergab sich aus dem Wappentier und prägt das Bild der Zunft seit Beginn des letzten Jahrhunderts. Die Reitergruppe ist bekannt für ihre Art, den Böögg als wilde ungeordnete Schar im forschen Galopp zu umkreisen.
Quelle: Zentralkomitee der Zünfte Zürichs, sechselaeuten.ch