Anlagekommentar
März 2026

Edelmetalle

Gold im Spannungsfeld - Geopolitik stützt, Inflation und Zinsen bremsen

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Kurzfristig ist bei Gold mit erhöhter Volatilität zu rechnen, getrieben durch geopolitische Entwicklungen und Unsicherheiten im Zinsausblick. Mittelfristig bleibt das Umfeld jedoch unterstützend, sodass Gold weiterhin eine wichtige Rolle als Diversifikator im Portfolio einnimmt.

Gold bewegt sich weiterhin auf einem erhöhten Niveau, zeigt aktuell jedoch eine deutlich gestiegene Volatilität. Auslöser hierfür ist insbesondere die Eskalation im Nahen Osten, die kurzfristig zu stärkeren Preisschwankungen nach unten geführt hat.

Makroökonomisches Spannungsfeld: Geopolitik vs. Zinsperspektiven

Gleichzeitig ergibt sich ein komplexeres makroökonomisches Umfeld: Der Konflikt erhöht das Risiko steigender Energiepreise und damit eines erneuten Inflationsdrucks. Dies könnten die Spielräume der Zentralbanken für weitere Zinssenkungen begrenzen oder verzögern, was grundsätzlich belastend für Gold wäre. Damit steht das Edelmetall aktuell in einem Spannungsfeld zwischen geopolitischer Unterstützung und potenziell höheren Realzinsen.

Strukturelle Nachfrage intakt – Zentralbanken als stabilisierender Faktor

Die strukturelle Nachfrage bleibt jedoch intakt. Zentralbanken kaufen weiterhin Gold zur Diversifikation ihrer Reserven, und in Phasen erhöhter Unsicherheit steigt die Nachfrage nach sicheren Anlagen zusätzlich an. Das Angebot reagiert hingegen nur begrenzt, was Preisbewegungen verstärken kann.

Insgesamt ist die Marktpositionierung dynamischer geworden, ohne bereits überhitzt zu sein, wodurch zusätzliche Bewegungen in beide Richtungen möglich bleiben.

Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner

Quellen: Degussa, Reuters und Financial Times.
Stand: 25.03.2025

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