Die Weltwirtschaft zeigt sich widerstandsfähig, doch das Anlageumfeld ist anspruchsvoller geworden. In den USA stützen eine starke Konjunktur und kräftige Unternehmensgewinne den Aktienmarkt. Auch in Europa haben sich die Gewinnaussichten verbessert; die Schweiz profitiert von einer soliden Wirtschaft und einem weiterhin moderaten Inflationsdruck. Gleichzeitig treiben höhere Energiepreise die Inflation in mehreren Regionen an. Während die SNB ihren Leitzins bei 0% belassen hat, haben die Fed und die EZB ihre Geldpolitik im September gestrafft. Steigende Renditen setzen damit vor allem hoch bewertete Aktien unter Druck.
Für Aktien bleiben wir mittelfristig konstruktiv, kurzfristig jedoch selektiv. Wir halten bestehende Positionen, erhöhen die Aktienquote derzeit aber nicht breit und würden Rückschläge für gezielte Zukäufe nutzen. Bevorzugt bleiben die Schweiz sowie ausgewählte Chancen in China und Hongkong; US-Aktien bilden weiterhin einen strategischen Kernbestand. In Europa sehen wir Deutschland mittelfristig positiver als Frankreich. Sektoral stehen Industrie, KI-Infrastruktur und Gesundheitswesen im Vordergrund.
Bei Anleihen bevorzugen wir Staatsanleihen guter Bonität und Investment-Grade-Unternehmensanleihen: Sie bieten attraktive laufende Erträge und stabilisieren das Portfolio. Angesichts der Unsicherheit über Inflation und Zinsen halten wir eine ausgewogene Duration für sinnvoll. Im High-Yield-Bereich bleiben wir auf bessere Bonitäten fokussiert; Schwellenländeranleihen beurteilen wir zurückhaltend.
Die unterschiedlichen Zinspfade prägen auch die Währungen: Der US-Dollar erhält Unterstützung durch seinen Zinsvorteil, während der Euro gegenüber dem Franken an Attraktivität gewonnen hat. Der Franken bleibt dennoch eine wichtige Stabilitätswährung. Gold sehen wir trotz kurzfristigen Gegenwinds durch höhere Realzinsen weiterhin als strategische Beimischung; Goldminen eignen sich eher als selektive Aktienanlage denn als Ersatz für Gold.