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Der europäische Aktienmarkt zeigt sich trotz Inflationsrisiken und schwächerer Wachstumsaussichten überraschend robust. In der Berichtssaison Q1/2026 übertrafen viele europäische Konzerne die Gewinnerwartungen.
Das saisonbereinigte Bruttoinlandprodukt (BIP) sank im 1. Quartal 2026 im Euroraum um 0.20% und in der Europäischen Union (EU) um 0.10% im Vergleich zum Vorquartal. Im Jahresvergleich (Q1/2026 zu Q1/2025) stieg es um 0,30%.
Aufgrund der stärkeren Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten auf die Rohstoffmärkte und der nachlassenden Dynamik in der Wirtschaftstätigkeit geht die Europäische Kommission in ihrer Frühjahrsprognose von einer schwächeren Konjunktur aus. Nach 1.50% im Jahr 2025 dürfte sich das BIP-Wachstum in der EU auf 1.10% verlangsamen – eine Abwärtskorrektur um 0.30% gegenüber der Herbstprognose (1.40%). Die Lage sollte sich dann 2027 leicht verbessern und auf 1.40% ansteigen.
Der Arbeitsmarkt ist stabil und die Arbeitslosenquote blieb im Euroraum im April 2026 unverändert bei 6.30%.
Die jährliche Inflation lag im Euroraum im Mai 2026 bei 3.20%, nach 3.00% im April. Ein Jahr zuvor betrug sie 1.90%. Es wird erwartet, dass die Inflation im Euroraum im Jahr 2026 auf 3.00% - 1.10% höher als vorher prognostiziert – steigen und 2027 wieder auf 2.30% sinken wird.
Die EZB erhöhte diesen Monat ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2.25%, Es war die erste Erhöhung seit 2023, nachdem der Krieg in Iran und der daraus resultierende Energieschock die Inflation in der Eurozone im Mai auf 3.20% getrieben hatten (EZB-Ziel 2.00%).
Das globale Umfeld zeigt sich nun etwas günstiger, da die Energiepreise nach der Bekanntgabe des Rahmenabkommens gesunken sind, auch wenn sie weiterhin über den Durchschnittswerten von Januar und Februar 2026 liegen. Die Inflationserwartungen haben sich leicht abgeschwächt und der Druck für eine weitere geldpolitische Straffung etwas nachgelassen.
Der europäische Aktienmarkt zeigt sich trotz Inflationsrisiken und schwächerer Wachstumsaussichten überraschend robust. In der Berichtssaison Q1/2026 übertrafen viele europäische Konzerne die Gewinnerwartungen. Aktuell deutet sich bei den europäischen Firmen für die nächsten Quartale ein positiver Trend der Umsatz- und Gewinnerwartungen ab. Bei den Umsätzen für das 2Q und für das 3Q wird ein Anstieg um jeweils +10.00% J/J erwartet. Die Gewinne sollten im 2Q um +14.00% und im 3Q um +15.00% höher ausfallen als im Vorjahr. Die erwartete Gewinnsteigerung für das Gesamtjahr 2026 beträgt +16.00%.
BIP-Wachstum 2026: +1.10% (E)
EU-Inflation 2026: +3.00% (E)
Aktueller 3 Monats Euribor: +2.33%
Daniel Beck, Mitglied der Geschäftsleitung
Quellen: EuropäischeKommission, Eurostat, LGT Bank AG
Stand: 23.06.2026