Anlagekommentar
März 2026

Europäische Union

Moderates Wachstum im Spannungsfeld von Inflation und Politik

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Europa befindet sich 2026 in einem Umfeld moderaten Wachstums bei gleichzeitig erhöhtem Inflations- und Zinsdruck. Die Märkte erscheinen fair bewertet, sodass selektive Anlagen mit Fokus auf Qualität und Preissetzungsmacht entscheidend bleiben.

Konjunktur & Geldpolitik

Die Wachstumsperspektiven für Europa bleiben verhalten. Die Europäische Zentralbank erwartet für 2026 ein BIP-Wachstum von lediglich 0.9%, nachdem die Prognose zuletzt nach unten revidiert wurde. Gleichzeitig dürfte sich der Arbeitsmarkt leicht eintrüben, mit einer erwarteten Arbeitslosenquote von rund 6.3%. Frühindikatoren wie der PMI signalisieren zwar weiterhin Expansion, jedoch ohne klare Dynamik.
Auf der Zinsseite zeichnet sich eine restriktivere Haltung ab: Für das zweite Quartal 2026 dürfte sich der Einlagensatzes auf erhöhtem Niveau stabilisieren bzw. leicht anziehen, getrieben durch anhaltenden Inflationsdruck insbesondere im Energiesektor.

Unternehmen & Bewertungen

Die Gewinnentwicklung europäischer Unternehmen dürfte 2026 moderat ausfallen. Analysten erwarten ein Gewinnwachstum von rund 3–5%, während die Umsätze aufgrund eines starken Euros und globaler Unsicherheiten nur verhalten zulegen dürften.
Bewertungsseitig notieren europäische Aktien aktuell auf einem erhöhten Niveau (ca. 15x Forward Earnings). Europa gilt damit nicht mehr als günstig, bleibt jedoch im relativen Vergleich – insbesondere gegenüber den USA – weiterhin attraktiv.

Währungen & politische Einflussfaktoren

Für den Euro wird mittelfristig eine Aufwertung erwartet (EUR/USD ca. 1.20+), was die Exportdynamik dämpfen könnte.
Geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, sowie handelspolitische Unsicherheiten bleiben zentrale Risikofaktoren. Gleichzeitig wirken steigende Fiskalausgaben in Europa unterstützend.

BIP-Wachstum 2026                    +1.4%

EU-Inflation  2026                      + 2.5%

Aktueller 3 Monats Euribor         + 2.1%

Maria Albericci, Managing Partner

Quellen: EZB, Bloomberg-Konsens, Research führender Investmenthäuser (Stand Q1 2026)

Stand: 23.03.2026

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