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Die Wachstumsaussichten für die Wirtschaft bleiben gut und die Gewinnausweise überzeugen. Die zunehmenden Investitionsgüterausgaben der Unternehmen zeugen von Zuversicht. Die erhöhten Inflationsraten und die zu erwartende restriktivere Geldpolitik der Notenbanken sorgen derweil für Gegenwind. Zudem sind die geopolitischen Risiken rund um das USA – Iran Abkommen bis zu einer definitiven Einigung weiterhin präsent. Die vermehrte Adaption von KI in den Unternehmensabläufen wird sich weiter positiv auf das Gewinnwachstum der Unternehmen auswirken.
Der Flash S&P Global US Composite PMI (Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor und das verarbeitende Gewerbe) ist nach vorläufigen Berechnungen im Juni 2026 gegenüber dem Vormonat um 0.7 Punkte auf 52.2 Punkte gestiegen. Damit signalisiert dieser um 6 Monate vorlaufende Indikator gegenüber den Vormonaten wieder ein stärkeres Wirtschaftswachstum. Durch das (vorläufige) Abkommen zwischen den USA und Iran zur Beendigung des Kriegs wird sich der Gütertransport durch die Strasse von Hormuz in den nächsten Wochen normalisieren, was die diesbezüglichen Unsicherheiten (Versorgung und Inflation) verringert. Der IWF erwartet gemäss seiner April 2026 Prognose für die US-Wirtschaft ein Wachstum von 2.30% für 2026 und 2.10% für 2027.
Im Mai wurden ausserhalb der Landwirtschaft 172'000 Arbeitsstellen geschaffen, was auf einen resilienten Arbeitsmarkt hindeutet. Die Arbeitslosigkeit blieb gegenüber dem Vormonat mit relativ tiefen 4.30% unverändert.
An seiner Sitzung vom 16. -17. Juni 2026 hielt das Fed trotz steigendem Inflationsdruck am Leitzins (Fed Fund Rate) von 3.50-3.75% fest. Der Entscheid fiel einstimmig aus. Unter dem neuen Fed Vorsitzenden Kevin Warsh ist künftig eine zurückhaltendere Kommunikation (Forward Guidance, wie zum Beispiel die Dot Plot Prognosen über die Zinserwartungen der Sitzungsteilnehmer) zu erwarten. Der Markt geht mittlerweile von keiner Senkung, sondern von einer Erhöhung des Leitzinses bis Ende Jahr um 0.25% aus. Die US-Inflation ist im Mai auf 4.20% gestiegen (+0.40% gegenüber Vormonat) und die Kerninflation (ohne Energie- und Lebensmittelpreise) auf 2.90% (+0.10%).
Auch für das 1. Quartal 2026 übertrafen die Gewinnausweise der S&P 500 Unternehmen mit einer Steigerung von beeindruckenden 28.00% im Jahresvergleich die Prognosen klar. Auch für die Gewinnausweise für das 2. Quartal 2026 liegen die Erwartungen mit einem Zuwachs von 22.00 % weit über dem historischen Durchschnitt. Die derzeitige Aktienmarktbewertung wird also durch ein solides Gewinnwachstum gestützt. Bei einem Kurs-/Gewinnverhältnis des S&P 500 von 20.4 (auf Basis der Gewinnschätzungen der Analysten für die nächsten 12 Monate) ist die Markbewertung in den letzten Monaten gesunken, bleibt aber noch über dem 5-Jahresdurchschnitt von 20.1 bzw. über dem 10-Jahresdurchschnitt von 18.9.
GDP 2026 (IWF): +2.30%
Inflation 2026 (IWF): +3.20%
Fed Fund Rate: +3.50-3.75%
Quellen: Trading Economics, FuW, US Bureau of Labor Statistics, Statista, IWF, FMOC
Stand: 24.06.2026