Anlagekommentar
März 2026

USA

Deal or No Deal?

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Trotz fehlendem Aufwind durch die Geldpolitik befindet sich die US-Wirtschaft auf Wachstumskurs. Wir gehen von einem ‘Deal’ im Mittleren Osten aus und dass sich die Situation darauf in den nächsten Wochen beruhigt, bis dahin aber die Volatilitäten an den Märkten hoch bleibt.

Der Flash S&P Global US Composite PMI (Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor und das verarbeitende Gewerbe) ist nach vorläufigen Berechnungen im März 2026 gegenüber dem Vormonat um 0.5 Punkte auf 51.4 Punkte gesunken. Damit signalisiert dieser um 6 Monate vorlaufende Indikator gegenüber den Vormonaten zwar eine klare Verlangsamung aber immer noch ein Wirtschaftswachstum. Der Krieg mit Iran verunsichert zunehmend die Wirtschaftsakteure und die erhöhten Ölpreise treiben die Inflation an. US-Präsident Trump hat deshalb und nicht zuletzt wegen den Mid-Term Wahlen im Herbst starkes Interesse daran, dass der Konflikt bald beendet wird. Darum stehen die Chancen, dass wird es zu einem Deal kommten gut.

Der Arbeitsmarkt kühlt sich ab

Im Februar wurden ausserhalb der Landwirtschaft 92'000 Arbeitsstellen abgebaut, was klar unter der Erwartung eines leichten Zuwachses war aber auch mit den extremen Wetterbedingungen in Februar zu tun haben könnte. Zudem wurden auch die Stellen für die Vormonate (Januar und Dezember) nach unten korrigiert, was auf eine starke Abkühlung des Arbeitsmarktes hindeutet. Die Arbeitslosigkeit stieg im Februar aber nur um moderate 0.1% gegenüber dem Vormonat auf 4.4% (was der gleiche Wert darstellt wie im letzten Dezember).

Weitere Zinssenkungen vertagt

An seiner Sitzung vom 17-18 März 2026 hielt das Fed trotz schwächelndem Arbeitsmarkt an ihren Leitzins (Fed Fund Rate) bei 3.5-3.75% fest. Da der Ölpreisanstieg durch die kriegerischen Ereignisse am Persischen Golf den Inflationsdruck zwar erhöht, aber die konkreten Auswirkungen noch nicht beurteilt werden können, wird mit weiteren Zinssenkungen vorerst zugewartet. Das Fed geht für 2026 immer noch von einem Wirtschaftswachstum von 2.4 % aus. Dies hat auch damit zu tun, dass die USA durch die Schieferölproduktion in den letzten Jahren zu einem Nettoölexporteur geworden sind und dadurch von steigenden Ölpreisen profitieren. Die Prognosen für die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel- und Energiepreise) im 2026 wurden mit 2.7% nur leicht nach oben angepasst. Auf jeden Fall stellt die derzeitige Situation für das Fed aber eine Herausforderung dar, die richtige Balance zwischen ihren zwei Mandaten Preisstabilität und Vollbeschäftigung zu finden.

Solide Gewinnausweise – leicht sinkende Bewertung

Auch für das 4. Quartal 2025 übertrafen die Gewinnausweise der S&P 500 Unternehmen mit einer Steigerung von beeindruckenden 14.0% im Jahresvergleich die Prognosen. Auch für die Gewinnausweise für das 1. Quartal 2026 liegen die Erwartungen bei einem Zuwachs von 12.5%. Die derzeitige Aktienmarktbewertung wird also durch ein solides Gewinnwachstum gestützt. Bei einem Kurs-/Gewinnverhältnis des S&P 500 von 20.3 (auf Basis der Gewinnschätzungen der Analysten für die nächsten 12 Monate) ist die Markbewertung in den letzten Monaten weiter gesunken, bleibt aber noch knapp über dem 5-Jahresdurchschnitt von 20.0 bzw. 7.0% über dem 10-Jahresdurchschnitt von 18.9.

GDP 2026 (IWF):         +2.40%

Inflation 2026 (IWF):   +2.50%

Fed Fund Rate:   +3.50-3.75%

Dr. Patrick Huser, CEO

Quellen: Trading Economics, FuW, US Bureau of Labor Statistics, Statista, IWF, FMOC

Stand: 25.03.2026

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