Anlagekommentar
März 2026

Öl

Strasse von Hormuz als Nadelöhr

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Wir erwarten eine baldige Lösung des Problems an der Strasse von Hormuz und infolgedessen eine Entspannung bei den WTI-Ölpreisen auf eine Bandbreite von 70 – 80 USD pro Fass.

Der WTI-Ölpreis ist durch Ausbruch des Krieges zwischen den USA/Israel gegen Iran vor 3 Wochen auf zeitweise knapp 120 USD per Fass gestiegen und liegt derzeit wieder bei 90 USD pro Fass. Dies verunsichert zunehmen weltweit die Konsumenten und treibt die Inflation an. Das hat mit der Meerenge zwischen Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten – der sogenannten Strasse von Hormuz - und der defacto Blockade derselben und Bombardierungen der Öl- und Gasinfrastruktur der Nachbarländer durch Iran zu tun.

Strasse von Hormus: Blockade des globalen Energienadelöhrs

Durch die Strasse von Hormus werden ca. 20% der weltweiten Öl- und Gaslieferungen verschifft. Da Iran gedroht hat die Öl- und Gaslieferungen durch die Strasse von Hormus anzugreifen, ist die Schifffahrt durch das Nadelöhr fast zum Erliegen gekommen. Aufgrund der Befürchtungen, dass es dadurch zu Versorgungsengpässen kommen wird, sind die Öl- und Gaspreise stark gestiegen.

Versorgungslage kritisch – Strategische Reserven und Notmassnahmen dämpfen Engpässe

Da die Lager vor dem Krieg gut gefüllt waren und durch die - von der Internationale Energieagentur (IEA) koordinierte - Freigabe von 400 Mio. Fass aus den strategischen Ölreserven von den 32 IEA Mitgliedländern ist ein Engpass in den nächsten Wochen nicht zu erwarten. Zusätzlich wurde das vorher sanktionierte russische Öl vom Westen vorübergehend wieder als salonfähig erklärt.

Diplomatischer Druck: Beide Seiten haben Interesse an rascher Lösung

Obwohl die USA mittlerweile ein Nettoerdölexporteur sind, hat US-Präsident Trump wegen den herannahenden Mid-Term-Kongresswahlen ein starkes Interesse an einer baldigen Lösung des Problems. Auch Iran hat grosses Interesse an einem Deal betreffend die Strasse von Hormus. Liegt doch ihr Ölverladezentrum auf der Insel Kharg im Persischen Golf, weshalb ihre Öllieferungen auch durch diese Meerenge transportiert werden müssen.

 

Dr. Patrick Huser, CEO

Quellen: OPEC, FuW, MarketMap, International Energy Agency (IEA)

Stand: 25.03.2026

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