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Der US-Dollar bleibt aufgrund von Zinsvorteilen strukturell leicht im Vorteil. Eine nachhaltige Euro-Stärke erfordert eine klare konjunkturelle Erholung in Europa, während der Schweizer Franken in unsicheren Phasen zur Stärke neigt. Insgesamt ist mit einem volatilen, seitwärts geprägten Währungsumfeld und einem moderaten USD-positiven Bias zu rechnen.
Seit Januar hat sich das Umfeld zugunsten des Dollars verschoben. Die US-Wirtschaft zeigt sich weiterhin überraschend robust, während sich die Dynamik in der Eurozone abgeschwächt hat. Gleichzeitig hat sich die Erwartung schneller Zinssenkungen in den USA nach hinten verschoben, während die EZB bereits in einem klareren Lockerungsmodus ist. Diese erneute Ausweitung der Zinsdifferenz hat den Dollar gestützt.
Zusätzlich wirken geopolitische Spannungen – insbesondere im Nahen Osten – unterstützend für den USD als globale Reservewährung. Der Euro bleibt hingegen anfällig für schwaches Wachstum und politische Unsicherheiten innerhalb der Eurozone.
Der Franken hat sich seit November erneut als stabiler Anker erwiesen. Trotz Zinssenkungen der SNB bleibt die Nachfrage nach dem CHF hoch, was insbesondere auf die gestiegenen geopolitischen Risiken zurückzuführen ist. Gleichzeitig bleibt die Inflation in der Schweiz deutlich niedriger als in der Eurozone, was der SNB-Spielraum gibt, aber auch den realen Wert des Frankens unterstützt.
Der Euro leidet weiterhin unter schwächerem Wachstum und geringerer Attraktivität im globalen Kapitalflussvergleich. Interventionen der SNB bleiben ein möglicher, aber aktuell nicht dominanter Faktor.
Das Paar zeigt seit Januar eine erhöhte Volatilität. Einerseits stützt die weiterhin restriktivere US-Geldpolitik den Dollar, andererseits führen geopolitische Risiken und Marktunsicherheiten regelmäßig zu Zuflüssen in den Franken.
Neu hinzu kommt, dass die Marktteilnehmer zunehmend zwischen „Zinsstory“ und „Risiko-Story“ wechseln, was kurzfristige Richtungswechsel verstärkt. Die SNB bleibt locker, während die Fed länger restriktiv bleiben könnte als ursprünglich erwartet.
Mimi Haas, Lic. rer.pol. HSG, M.A. in Banking and Finance HSG, Partner
Quellen: MarketMap und Bloomberg
Stand:25.03.2026